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Thätigkeit. Selbst als am Anfänge unseres Jahrhunderts A. v. Hum-boldt diese Gegenden besuchte, rauchte er noch, und die kleinen Kegel,Horritos (Oefcn) genannt, stießen fortdauernd ihre heißen Dämpfe aus.Ein Phänomen ganz ähnlicher Art ereignete sich an demselben Tage, doch221 Jahre früher, bei Puzzuoli am Golf von Neapel. Häufige Erd-beben hatten diese Gegend schon seit Jahren erschüttert und vom 28. Scpt.1538 an durch mehrfache Bodcnrissc zertrümmert; ein Thcil der Küste hattesich emporgehoben und die Stelle, wo später der Berg entstand, war sichtbarangcschwollcn; — aber erst in der folgenden Nacht gegen 1 Uhr öffnete sichdie Auftreibung wirklich, ein weit klaffender Schlund entstand, und überihm stieg in 2 Tagen ein Berg empor, der noch jetzt eine Höhe von mehrals 400 Fuß und einen Umfang von 8000 besitzt. Seine Spitze ist miteinem Krater versehen, an dessen südwestlichem Rande sich eine deutliche,phonolithische Lavaschicht mit verschlackter Oberfläche erhalten hat; aberdie Wände des Kraters bestehen hauptsächlich aus Bimssteintuff und größe-ren porösen Schlackcnstückcn, den Produkten der Eruption, welche bis zum6. Oktober fortdaucrtc und den Monte nuovo in seiner jetzigen Formhervorbrachtc. Seitdem ist der Berg nie wieder thätig gewesen. — BeideErscheinungen, deren wir, statt vieler ähnlichen, hier als der großartigstenin der Gegenwart allein gedenken, geben nicht bloß über die Entstehungaller Vulkane in der früher (S. 7-4) angegebenen Weise die entschiedenstenAufschlüsse, sondern sie zeigen auch am bestimmtesten, wie gewaltige Wir-kungen Bodenerschütterungen wenigstens cinleitcn, wenn auch nicht alleinhervorbringen können, und wie ungeheuer wohl die Bedungen und Umge-staltungen der benachbarten Erdoberfläche gewesen sein mögen, welche mitdem Ursprünge und der allmäligen Ausbildung von Kegclbergcn, wie derAetna, dcr Mowna Roa aufOweihi, der Pie von Teneriffaund die gewaltigen Vulkane in den Umgebungen Quitos, verbundenwaren.
In der Thal werden sich Einwirkungen von bedeutendem Umfangenicht wohl in Abrede stellen lassen, wenn wir uns die Entstehung diesermächtigen Vulkane in'derselben Weise, wie die Bildung des Jorullo oderdes Monte nuovo vorstcllcn wollen; allein andererseits dürfen wir auchnicht übersehen, daß trotz der Gewalt, womit diese jüngsten Feucrschlündcder Erdoberfläche durchbrachen, die Erhöhung des Bodens im Ganzen eineräumlich sehr beschränkte, wenn auch örtlich bedeutende war, und offenbarmehr durch die Aufschüttung neuer Massen, als durch die Hebung ältererErdschichten bewirkt wurde. Als Gegensatz dazu lassen sich jedoch gewisse