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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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die Untersuchung dcr Trümmer ein Mittel an die Hand, zunächst die Rich-tung und dann vielleicht auch die Ursache zu erkennen. Auch die bloßeBeobachtung des Bodens kann dies leisten, wenn derselbe zertrümmertwurde und Spalten riß; was bei heftigen Erdbeben nicht selten der Fall ist.Liegen die entstandenen Spalten parallel und in einer Richtung, so weisensie auf kleinere Erdbeben mit Wellenbewegung verbunden hin; gehen dieSpalten strahlcnartig von einem Mittelpunkte aus, so wird der Erdstoß eineinfacher senkrechter gewesen sein; bilden sie Bogen um einen Mittelpunkt,so werden wir an wirbelnde Erdstöße denken müssen. Die Beachtung dieserverschiedenen Erscheinungen ist übrigens für die Erklärung früherer Erdbil-dungsphänomcne von großer Wichtigkeit und kann besonders, wie sichbald zeigen wird, über die Form dcr Gebirge und Gebirgszüge interessanteAufschlüsse crthcilen. BeachtcnSwcrth ist in dieser Beziehung auch die Artund Weise, in welcher auf einander folgende Stöße sich zu einander ord-nen: ob sic sich auf derselben Stelle wiederholen, ob sic in einer Richtungeinander folgen, oder ob sic über eine gewisse Fläche sich vcrtheilcn. DaSErdbeben, welches 1783 Kalabrien verwüstete, bot z. B. den zweiten derdrei unterschiedenen Fälle dar; seine drei Hauptstöße vom 5. Februar,7. Februar und 28. März lagen in einer Linie hinter einander, jeder Stoß-punkt etwa um 5 6 Meilen vom anderen nordostwärtS entfernt. Diegerade Linie, welche sie beschrieben, folgte dem Hauptzuge dcr Calabriendurchlaufenden Bergkette, aus dem westlichen Abhänge gegen Sicilicn hinsich haltend. Aus dieser Lage dcr Stoßpunktc erklärt es sich leicht,warum die Ostseitc Kalabriens viel weniger betroffen wurde, als die west-liche, warum ferner die Gegenden in dcr Richtung dcr Stoßlinic so grauen-voll verwüstet waren, und warum endlich noch bis nach Sicilicn hinein dieStöße verheerend wirkten, während die Ostseitc Calabricns ziemlich ver-schont blieb. Offenbar setzte nämlich der starke GebirgSstock den Erschüt-terungen nach dieser Seite hin einen Damm entgegen, und schwächte siedurch seine Festigkeit; während die leichter beweglichen Schichten am West-abhangc nicht bloß überhaupt stärker erschüttert wurden, sondern auch indcr Richtung dcr Erschüttcrungsradien gegen das Meer hin einfallcn, mit-hin zur Fortpflanzung der Erschütterungen, die sic selbst erfuhren, nach dieserSeite hin sich ganz besonders eigneten.

Sehr wichtig ist also für die Fortpflanzung der Stöße dcr Boden desbetroffenen Landstriches, und in dieser Beziehung zeugt das erwähnte Bei-spiel Calabricns für die Annahme, daß Gebirgszüge die Fortpflanzungeines Erdbebens senkrecht gegen ihre Strcichungslinie hemmen, daß sie da-