täten Asche sehr beträchtlich sind, und namentlich bei jenem denkwürdigenersten Ausbruch des Vesuvs bloß sic die genannten drei Städte verschüttete.Sic war, nach des jüngeren PliniuS Aussage, so mächtig, daß noch zuMiscnum, über 5 Meilen in geradliniger Entfernung vom Vesuv, dieTageShcllc verfinstert wurde, und in Stabiä, wo der ältere PliniuSumkam, eine Dunkelheit herrschte, wie in einem verschlossenen Zimmer, indem man plötzlich die Lichter auslöscht. Und in der That muß ihre Mengegroß gewesen sein, da gleichzeitige Schriftsteller versichern, man habe zuNom, wie an der Afrikanischen Küste, ja selbst in Syrien ihr Fallen bemer-ken können. Einige Beobachter leiten die Aschcnbildung von den plötzlichenAusbrüchen der entweichenden Gase durch die flüssige Lava ab; sic lassenden glühenden Fluß in Aschcnform auscinandcrsprühen, dann erkalten undauf diese Weise zu der Asche Veranlassung geben. Dafür spricht auchder Umstand, daß große Quantitäten Asche erst auögcworscn werden,wenn schon viele flüssige Lava im Krater vorhanden ist, und kurz nach demAbfluß der Lava auch die meiste Asche auSgelcert wird. Daß sic häufig mitseinen Wassertropsen oder Wasscrdämpfen verbunden ist, wurde schon frühererwähnt; sie bildet daher mitunter, wenn sich diese Wasscrmasscn zu wirkli-chen Gewitterregen anhäufcn, was am Vesuv mehrmals der Fall gewesenist, einen schlammigen Ucbcrzug aus dem Boden, und rechtfertigt in dieserForm die übliche Bezeichnung eines Aschenregens.
Leichter erklärt sich der Ursprung jener glühenden Körper, welche unterErplosioncn durch die Dampfwolkcn emporstcigcn und fallend die mancherleiBruchstücke bilden, welche man in Italien Lapilli oder Napilli (nachder Sprechweise des gemeinen Volkes, welche sich sonderbarer Weise indiesem Falle die größere wissenschaftliche Geltung erworben hat) zu nennenpflegt. Sie sind ihrer ganzen Beschaffenheit nach Bruchstücke der Krater-Wände oder losgcrissenc Lavamassen, welche die entweichenden Dämpfe so-wohl abtrcnnen, als auch cmporschleudcrn. Von der jedesmaligen Kraft,die eine solche durchbrechende Dampfmassc besitzt, hängt theils die Größeder Lapilli, theils die Entfernung ab, bis zu welcher sic emporgcschlcudertwerden, und ebenso folgt aus ihrem Ursprünge von der Kraterwand oderaus der Lava selbst ihre bald schwarze, bald glühend rothc Farbe und Be-schaffenheit. Lapilli der zweiten Art erkalten natürlich sehr schnell, weilsic nur wenig Umfang haben, und nehmen aus demselben Grunde dieGlassorm der Laven an, gleichen also Schlacken völlig. Eben deshalb zer-springen sic so leicht und zerthcilen sich in viele kleine Stücke von Erbscn-biS Nußgrößc. Ist ihr Emporstcigcn mit Detonationen verbunden, so