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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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scheine» sich entzündende, hell aufflammcndc Gase 6) sowohl die Ursache desKnalles, als auch des Emporschleudcrns der Materien zu sein, welche späterzu Lapilli sich gestalten; dagegen ist ein stärkeres Andrängcn nicht entzünd-licher Dämpfe mit Erdcrschüttcrungen und Hebung von Lava verbunden.Beide Erscheinungen sind also Resultate einer Ursache, sic erklären es,warum mit den letzten Hebungen, durch welche die aufgehäuften Lavamassenüber den Kratcrrand cinporstcigcn, auch die stärksten Erschütterungen desBodens verbunden zu sein pflegen.

Bon dem letzten Auswurfsstoffe, der Lava, ist schon im vorigen Ab-schnitte ihren Bcstandthcilen und ihrer Form nach die Rede gewesen, esscheint daher unnöthig, hier andere Eigenheiten als solche zu erörtern, diedort noch nicht zur Sprache gebracht werden konnten. Besonders ist cs dieArt des Emporsteigcns, welche uns sowohl in ihren Erscheinungen, alsauch in ihren Ursachen intercssiren muß. Zwar hebt sich die im Kraterstehende Lava, wie bereits früher erwähnt wurde, nach und nach, aber nichtbloß zur Zeit der Eruption, sondern öfters schon lange vorher, ehe nochirgend eine andere Eruptionöerschcinung wahrgcnommen wird. Wir müssenzu diesem Endzweck die Beschaffenheit des Kraters kurz nach einem Aus-bruch betrachten und bemerken, daß derselbe bald nachdem die Lava abge-flosscn ist, zusammcnzustürzcn und zu einem tiefen Trichter sich zu gestaltenpflegt, dessen Grund selbst eine Einscnkung, gleichsam ein Abzugsrohr insInnere besitzt. Dieser Kanal verstopft sich in der Regel zuerst und ver-schließt dadurch den inncrn Theilcn des Bulkanö ihre Mündung. Ge-raume Zeit, selbst Jahre, ja Jahrzehnte kann der Krater die Beschaffenheiteiner trichtcrartigcn Vertiefung behalten, und so lange sic bleibt, ist alleFurcht vor Eruptionen unnöthig; bemerkt man aber, daß der Boden desTrichters sich zu heben anfängt, daß der Trichter immer flacher und flacherwird, so ist ein Zeichen vorhanden, daß Eruptionserschcinungcn bevorstchen.Doch können noch Jahre über ihre Ausbildung hingchcn. So fand Bab-bagc den Krater des Vesuv gleich nach der Eruption im Jahre 1822 ander höchsten Stelle des Randes 880, an der niedrigsten etwas über 430Fuß tief, welche Tiefe bis März 1827 unverändert blieb; von der Zeit an

6) Man hat viel gestritten, ob die Feucrerscheinungcn bei einer Eruption wirklicheFlammen sind, oder bloß von glühenden Körpern hcrrühren. Es scheint jetzt diese Mei-nungsverschiedenheit dahin entschieden zu sein, daß wahre Flammen nur von Zeit zu Zeitunmittelbar an de» Spalten und Riffe» des Kraters sich zeigen, die großen Feuerwaffender Dampfsäulc aber von der glühenden Asche hcrvvrgcbracht werden.