Druckschrift 
Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
Seite
63
Einzelbild herunterladen
 

63

zweite Pech stein; beide finden sich in Gesellschaft des Obsidians undBimssteins, und in einer Weise, die keinen Zweifel läßt, daß die Substanzaller dieselbe ist, und bloß in Acußcrlichkeitcn modificirt wurde.

Während diese Auswürflinge der Vulkane oder Laven als gemeinsameund hervorstechendste Eigenthümlichkcit den amorphen Glascharaktcr ansich tragen und deshalb Glaslavcn genannt werden: also ihrem äußerenAnsehen nach ganz den Schlacken gleichen, welche beim Ausbringen derMetalle in unseren Hochöfen aus den die Erze begleitenden Erden zusam-mcnschmelzen; gicbt es eine andere Reihe von Laven, in denen der krystal-linischc Charakter ihrer Bcstandthcile vorherrscht. Man nennt diese Laven,zum Unterschiede von den vorigen, Stcinlaven, und unterscheidet vonihnen je nach der Absonderung des Gesteins mehrere Arten. Diejenigen,deren ganze Substanz ein entschieden krystallinischcs Gefüge besitzt, und ausdeutlich unterscheidbarem größeren Partien ihrer Gcmcngtheilc besteht, nenntman grani tische Laven; andere, bei welchen eine mehr derbe Grundlagedie krystallinischcn Massen in besonderen Krystallen räumlich isolirt umgiebt,heißen Porphyrlaven; noch andere,' deren derbe Substanz nur sehrfeinkörnig krystallinisch und gleichmäßig gemischt ist, werden basaltischeLaven genannt; wieder andere, bei welchen die krystallinischcn Thcilchenäußerst klein und feinkörnig werden, heißen erdige Laven.

Beschränkt man den Begriff der Lava nicht bloß auf die noch jetzt imfeurigen Fluß vor unfern Augen hervorbrcchendcn, oder in historischer Zeithcrvorgcbrochenen, ihnen ähnlichen Gesteine, sondern dehnt ihn, wie eseine wissenschaftliche Betrachtung fodcrt, auf alle die älteren und ältestenEruptivgebildc aus, welche stromartig ergossen oder im geschmolzenen Zu-stande emporgchoben wurden, so hat die Lava einen sehr weiten Umfangund läßt sich nach ihrer chemischen Konstruktion nicht scharf von den ge-summten vulkanischen P roduktcn sondern. Unter Umständen magjedes vulkanische Gestein sich stromartig ergießen können, und eben wenn csdas gcthan hat, bildet cs Lava. Nach dieser Ansicht würden wir die wei-tere Betrachtung der Lava auf eine Schilderung aller vulkanischen Massenausdehnen müssen, dabei aber nur einer späteren Untersuchung über diePlutonischen und vulkanischen Gesteine im Zusammenhänge vorgreisen; wirbeschränken also unsere jetzige Mitthcilung auf einige charakteristische, diehistorischen oder neuen Laven vcrrathende Bildungsvcrhältnissc.

Zu einem der wichtigsten äußeren Erkennungszeichen der neuen Lavengehört die Anwesenheit von rundlichen blasenförmigcn Lücken, den soge-nannten Blasen räumen, in ihrer Substanz. Solche Blasen ziehen