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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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Wenn diese Behauptung in ihrem ganzen Umfange richtig ist, somüssen alle Materien unseres Erdkörpers durch gesteigerte Tempcraturgradcflüssig werden können, und wenn die Tcmperaturzunahmc noch fortdaucrt,selbst dampfförmig oder flüchtig. Da jedoch der Hitzgrad, mit welchem esgeschieht, bei den verschiedenen Stoffen großen Abweichungen unterliegt, sowerden manche Stoffe schon flüssig sein, während andere noch fest sind, undwieder andere sogar flüchtig; wie es die Vergleichung des Wassers mit demQuecksilber schon zeigt, und mit der atmosphärischen Luft. Letztere istdampfförmig, wenn Wasser und Quecksilber fest werben, und jenes, dasWasser, wird schon fest, während das Quecksilber noch flüssig ist.

Diese kurze Betrachtung ist in der That schon viel fruchtbarer für dieErklärung der Erdbildung, als alle vorherigen Untersuchungen über dieEinwirkung der Gewässer; denn wir werden, wenn wir im Stande sind,hohe Hitzgradc im Erdkörpcr uachzuwcisen, wenigstens ihn als einen vor-mals aus flüssigen oder sogar flüchtigen Materien bestehenden Körper unsdenken können.

Kaum brauche ich meine Leser durch Nennung der noch jetzt an sehrvielen Stellen der Erdoberfläche vorhandenen Vulkane oder feuerspeiendenBerge daran zu erinnern, daß jene Annahme einen hohen Grad von Wahr-scheinlichkeit für sich hat, indem die Fcuerbcrgc uns von dem Vorhandenseinhoher.Hitzgrade im Innern der Erde, welche bis zum Schmelzen vielerMaterien sich steigern, überzeugen. Aus ihren offenen Schlünden oderKratern werden unter Umständen und in unbestimmten Perioden ge-schmolzene Massen hcrvorgcschlcudcrt, oder fließen gleich glühenden Strömenam Berge herab, erkalten mit der Zeit und bilden neue Erdschichten H,welche mit dem allgemeinen Namen der Lavaströme bezeichnet werden.Eine nähere Untersuchung der Laven zeigt aber eine Beschaffenheit, ganzauffallend verwandt mit dem krystallinischcn oder derben Gefüge solcherGesteine, welche wir als unauflöslich im Wasser früher kennen gelernt ha-ben, und da wir in den Laven bei sorgfältiger Prüfung allmälig fast alledie Mineralien entdecken, welche auch an andern Stellen der Erde als eon-stituircndc Bestandtheilc auftreten, so dürfen wir wohl annehmcn, daß auchsie durch hohe Hitzgrade schmelzbar sein werben. In den erkalteten Lavenfinden sich ferner eine Menge von Fossilien kristallinisch abgesondert oderals vollständige Krystallc, welche ganz ebenso in den bereits erwähnten

3) Nach E. de Beaumont stehen fließende Laven erst still und breiten sich ans,wenn die Neigung ihres Bodens 3" oder weniger beträgt.