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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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weile» wahrgcnommen; weshalb cs keine», Zweifel unterliegt, baß sie vomLande hcrstainmcn, auf bei» sic »ach Art der Gletscher mit Fclstrünuner»sich bekleidete», oder daß sic an Küste» scstsaße», und vielleicht von dort herdie Schuttmasfcu aufhobcn. Auf solche Art könne» die Eisberge ihreStcindcckc», wen» sic bei beträchtlicher Größe nur langsam abthaue», inferne Gegenden bringen, indem sie daselbst auf den Strand gcrathcn undzerfließen, ihre Beischlüsfe allein zurücklassend; wie es namentlich in Nord-Amerika an der Mündung des Lorcnzo eine bekannte, sich jährlich wieder-holende Erscheinung ist. Diese Erfahrung hat für uns eine sehr großeWichtigkeit, denn sie erklärt am besten die Verbreitung von Fclstrünnncrnüber Gegenden, welche vormals nachweislich Meeresboden waren, undgegenwärtig nicht mehr mit den Gebirgen in Berührung stehen, von denendie Trümmer hcrstammen. Solche zerstreute Fclstrünuner werden erra-tische oder Findlings-Blöcke genannt; sic finden sich sehr häufig inder ganzen norddeutschen Ebene bis nach Polen und Rußland hinein, undscheinen von den Gebirgen Skandinaviens oder FinlandS herzurührcn, dasic ihrer Beschaffenheit nach ganz mit den dort anstehenden Gesteinen über-einstimmcn. In ähnlicher Weise finden sich erratische Blöcke auf den Höhendes Iura, die ursprünglich Bcstandtheilc der gegenüberliegenden Alpenkcttcwaren. Gicbt man nun zu, daß Norddcutschland noch Meeresboden war,als auch die flacheren Küstengebiete des nördlichen Schwedens unter demWasserspiegel sich befanden, so flutheten die auf den Höhen des Kjölcn-gcbirgcs entstandenen Eismassen ungehindert über die damals weit nachSüden ausgedehnte Ostsee fort, und verloren, je weiter sic südlich verdrän-gen, die ihnen anhängcnden Felscntrümmcr, welche natürlich zu Bodenfielen und den damaligen Sccgrund bedeckten. Ganz ähnlich hat man sichdas heutige Thal der Aar und ihrer Nebenflüsse bis zum Genfcrsce alseinen tiefen Meerbusen zu denken, auf dem die Gletscher des Montblancund des Berner Hochlandes umhertriebcn, bis sic am gegenüber liegendenJura strandeten und hier ihre Morainen absetztcn; wenn man nicht an-nchmcn will, daß das ganze Gebiet zwischen beiden Höhen von einemgroßen zusammenhängenden Gletscher bedeckt wurde, der später abschmolzund jene Fclscntrümmer als Dcnksäulen seiner Größe zurückließ ^). Welchevon beiden Annahmen die richtige ist, lassen wir dahingestellt sein; auf

12) Man vergleiche die populäre Darstellung von Esch er v. d. Linth mit einerCharte, welche die Vcrthcilung der Trümmer sehr anschaulich macht. Zürich 1882. 4.