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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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zusammen, wenn die Wärme abnimmt, lind dehnen sich wieder auch wennsic zunimmt; allein das Wasser hat die merkwürdige Eigenschaft ch, seinegrößte Schwere und Dichtigkeit schon bei 3« Rcaum. vor dein Gefrieren zuerhalten, mithin beim Festwerden wieder einen größeren Raum einzunchmen,als vorher, wie cs flüssig war. Während also die benachbarten festenStoffe bei Zunahme von Kälte sich immer mehr verkleinern, dehnt sich dasWasser stärker aus, wenn cs Eis wird, und sprengt dadurch seine Um-gebung, wenn dieselbe keine Nachgiebigkeit besitzt. Das alltäglich im Wintervorkommendc Beispiel durch Gefrieren zersprungener Wasserflaschen zeugtfür die Richtigkeit dieses Factums. Wir lernen zugleich aus der Beobach-tung aller dabei stattfindcndcn Erscheinungen, daß das gcfrornc Wasser, solange es in diesem Zustande bleibt, wie ein Kitt verbindend auf die zer-sprengten Theilc wirkt, sobald es aber austhaut, diese Einwirkung durchdie dabei eintretende Zusammenziehung auf einen kleineren Raum verliert,und nun erst die getrennten Theilc aus einander fallen läßt. Wenden wirdiese Erfahrung auf die zerklüfteten Gcbirgssteinc, in deren Lücken Wassereingedrungcn ist, an, so finden wir, daß dieses Wasser beim Sinken derTemperatur gefriert, dadurch die vorhandenen Spalten erweitert, so langeaber noch die zerklüfteten Massen zusainmenhält, als ein Kältegrad unter 1»fortdauert, und hernach, wenn die Temperatur über 0 steigt, die abgelöstenStücke, welche nicht mehr in der Richtung ihrer Schwere unterstützt sind,fahren läßt oder herunter stößt, mithin wesentlich zur Zertrümmerungder Gesteine beiträgt. Zwar können die angedcutcten Wirkungen nur dacintretcn, wo cs Tcmperaturgradc unter 0 giebt, und hiernach scheint ihrEinfluß eiu beschränkter zu sein; berücksichtigt man aber, daß auf allenhöheren Gebirgen, selbst in der Tropcnzone, nicht bloß periodisch eine soniedrige Temperatur sich einstcllt, sondern in einer bestimmten Höhe fort-dauernd anhält, ohne anders als örtlich und auf gewisse Zeiten über denGefrierpunkt des Wassers sich zu erheben, so wird man die Allgemeinheitder Tcmperaturwirkungen nicht mehr verkennen. Oberhalb einer konstantenGrenze, welche man die Schneelinic genannt hat, tragen solche Gebirgenur Eis oder Schnee, und senken ihn an einzelnen Stellen sogar weit unterdie Schncelinic hinab, die als Gletscher bekannten Eisfelder daraus bil-dend. Ihre Anwesenheit ist für die Veränderungen der benachbarten Ge-

8) Vcrgl. über analoge Erscheinungen bei einigen anderen Körpern die Abhand-lung von Diivcrn vy in Lconh. und Bronn n. Jahrb. 1882. S. 781.

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