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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
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dik Erhebung drS BodmS gerade bei Theben ansehnlicher sein konnte, alsauf den höher gelegenen Ufern; weil sich daS Nilthal hier bedeutend er-weitert, die Schnelligkeit dcö FlußlaufeS also abniimnt und deshalb einedickere Schicht Schlamin sich absetzt. Man glaubt vielmehr?) die Produeti-vität des Stromes in jener Gegend auf 6 Zoll im Jahrhundert anschlagenzu müssen, und berechnet darnach das Alter der thebaischen Monumente imgrößeren Einklänge mit den historischen Angaben zu 3700 Jahren. Ucber-haupt mag die Thätigkcit des Nilö in ihren verschiedenen Zeiträumen sichmächtig geändert und der Fluß in frühester Zeit, wo daS Thal noch tiefer,also auch enger war, seinen Schlamin weniger im Thale selbst, als andessen Mündung abgelagert haben. Die ältesten Aegyptischcn Erinnerun-gen scheinen bis dahin zurückzugchen, wenn sic uns, nach Hcrodot'sAussage (U. 2. c. 4.), das Dcltaland als einen Sumpf schildern; siescheinen durch die uralte Tradition einer noch offenen Strommündung zurZeit deö Königs Men es zu beweisen, daß die Aegyptischc Bevölkerungschon bis an'S Mitteluiecr reichte, als ihre Kultur noch in den Anfängensieh bewegte, die Aegypticr also nicht, ein gebildetes Volk, den Strom vonNubien herabkamen, sondern vielmehr umgekehrt, die air seiner Mündunggewonnene älteste Kultur rückwärts den Nil hinauf verbreiteten.

So entschieden, wie in Aegypten, zeugen übrigens für die Auf-häufung des Bodens nur wenige andere Flüsse, indcß ist auch kein andererStrom so regelmäßig thätig wie der Nil. Zwar schwellen auch unsere Flüssealljährlich im Frühjahr und übcrfluthcn die Ebenen an ihren Ufern, aberdie Höhe dieser Fluth ist nach den Jahren sehr verschieden, ja fehlt in man-chen Jahren, zumal nach gelinden Wintern, gänzlich. Aehnlich verhaltensich die meisten, wenigstens die größeren Ströme der Erde, wenn auch ihreUeberfluthungen zu ganz anderen Zeiten eintrcten. Von den beiden Haupt-stromgebietcn Südamerikas ist es bekannt, daß sic während der Regen-zeit aus ihren Ufern treten und die Ebenen überschwemmen. Dasselbe

wissen wir von den großen Strömen Chinas, vom Ganges Indus,

7) Part he», Wanderungen durch das Nilthal. II. >413.

8) Ein englischer Beobachter, Hr. Everest, hat die Masse von Schlamm, welcheder Ganges jährlich z»»> Meere führt, ans nahe an <>400 Millionen Knbikfttß berechnet,was eine Erdschicht rwn 10 Qnadratmeilcn Ansdehnung bei 1 Fuß Dicke ergeben würde;eine allerdings ungeheure Prodnctwität, welche die Thätigkeit des Nils noch bei weitem zuübcrbictcn scheint (Lyell, Gmnds. der Gcvl. li 130).