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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
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der Mississippi. Er fließt durchgehendS in Ebenen, führt große Erb-massen mit sich, und haust vor seiner Mündung eine weit in den Meerbusenvan Meriko vordringende Landspitze aus, an deren Ende er sich öffnet.In demselben Meerbusen wird die große Atlantische Strömung zwar etwasdurch die vor ihm liegende Jnselreihc gebrochen, allein nicht ganz zurück-gehalten ; sic dringt vielmehr zwischen den südlichen kleineren Antillen umso stärker hinein, und bewirkt eine Art Aufstauung der Wasser im Golf vonMeriko, welche ostwärts unter der Spitze von Florida ihren AnSweg in denSeean findet. Die dadurch bedingte Strömung im Merikanischen Binnen-meere giebt der vom Mississippi geschaffenen und durchbohrten Landzungeihre südöstliche Richtung, und veranlaßt die zahlreichen Haffe, welche sichan der Küste von Teras vor allen Flüssen gebildet haben.

Eigenthümlichcr verhalten sich die Flußmündungen Südamerikas,insofern sie größtentheilS durch Ebenen fließend doch keine DeltaS bilden,obwohl die Richtung der Strömung ihren Mündungen cntgegenstcht. Hierscheint indes; die enorme Wassermassc, welche der Amazonenstrom undTocantinö auf der einen, der Paraguay und Parana auf der anderenSeite Brasiliens inS Meer führen, die Ursache zu sein, daß cS zu keinerDeltabildung kommt, da die Wassermassen des Flusses den Meercöstromdurchbrechen und erst in zu großer Entfernung vom User ihre treibende Kraftverlieren. Auch sind die waldigen baumreichcn Gegenden, durch welchediese Ströme fließen, wohl weniger geeignet, sich abspülcn zu lassen, alsdas nackte Erdreich; daher die Sandmasscn beider Flußgebiete relativ unbe-deutender sein mögen. Endlich scheint auch der Umstand, daß beide Strömefrei an offenen Küsten des Weltmeeres münden und nicht in Meerbusen oderBinnenmeere sich ergießen, insofern einen Einfluß auf die Form ihrer Mün-dungen auSzuüben, als den Schlammmassen, welche sie tragen, an demausgedehnten östlichen Ufcrrandc Süd-Amerikas ein breiter Boden'znmAbsatz dargcboten wird, in Folge dessen zwar eine flache weit ins Meer sicherstreckende Küste, aber kein Delta entstehen konnte. Wirklich bieten flacheUfer mit Untiefen den Seefahrern große Schwierigkeiten dar beim Einlaufenin die Mündungen des M a r a n o n und Rio dc la Plata. «

Vergleichen wir mit diesen Hauptströmen der Erbe die großen Fluß-gebiete Asiens, so zeigen uns die ostwärts abflicßenden Ströme EhinaSaus denselben Gründen offene weite Mündungen, während die südwärtsströmenden, welche zugleich in Meerbusen sich ergicßen, reichlich mit Delta-gebildcn begabt sind. Ich erwähne als Hauptbcwcisc nur den Ganges,dessen Deltaland das größte und umfangreichste ist, welches inan kennt;