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Grundsätze der Volkswirthschaftslehre
Entstehung
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441
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für Luxus zu erklären, welche nicht blos zur Erhaltung des Le-bens, der Gesundheit und der Wirksamkeit des Menschen gehören.Dieß ist die einzige feste Gränzc; wird der Begriff des Luxusenger gefaßt, so ist Alles relativ, und es bleibt nichts übrig, alswillkürlich ein gewisses Maaß der Consumtion als Regel anzu-nchmen, so daß der darüber hinausgehende Aufwand für Luxusgelten soll; man wird aber dann immer bemerken müssen, daß esMenschen giebt, die sich mit noch weniger begnügen, so daß alsoin jenem Maaße selbst wieder Luxus enthalten ist. Kein Volk istohne Luxus, und in de» gebildeten Völkern enthält auch die Le-bensweise der unteren Stände schon vielfältige Genüsse des Luxus.Die Verwirrung in den Vorstellungen von der Wesenheit desLuxus wird zum Thcile schon dadurch gelöst, daß man einenLuxus der Einzelnen, der Elasten in jedem Volke, der Völker undZeitalter unterscheidet. Ein vielen Menschen gemeinschaftlicherLuxus nimmt für jeden Einzelnen unter denselben einigermaßendie Natur des Bedürfnisses an.

§. 344 .

Die Frage, ob es besser wäre, wenn gar kein Luxus bestünde,muß unbedenklich verneint werden. Wie derselbe eine Folge desFortschrcitcns in den Gewerbskünstcn und der Ansammlung vonVermögen ist, so bildet er zugleich eine der stärksten Triebfedernzum Erwerbe und kann zur Veredlung der Gefühle dienen.Ohne die Aussicht auf Vergnügungen des Luxus würden dieMenschen weniger arbeiten, und im Müssiggang ihre Kräfte ver-kümmern lassen; die Veränderung aber, welche das Beispiel dergebildeteren Stände in der Verzehrung der weniger gebildetenallmälig hervorbringt, trägt bei, rohe Gewohnheiten zu verdrän-gen und einige Empfänglichkeit für geistigere Genüsse zu erwecken.Die niedrigste Stufe des Luxus ist der Hang nach grobsinnlichenReizen; das Streben, sich eine bequeme, gefällige Umgebung zuverschaffen und sich durch Zierlichkeit auszuzeichnen, steht schonhöher, die oberste Stelle aber nimmt derjenige Luxus ein, wel-cher sich auf Erzeugnisse der schönen Künste lenkt («).

(a) Der Luxus in den früheren Perioden jedes Volkes zeigt sichhauptsächlich in der Verzehrung großer Massen von Rohstoffen;zahlreiches Gefolge, große Festlichkeiten. Später kommen feinereGenüsse, bei mehreren Völkern ist aber zuletzt wieder ein aus-schweifender, verderblicher Luxus zum Vorschein gekommen. Ent-wicklung dieser 3 Perioden bei Roscher a. a. O.