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Aus den bisherigen Sätzen ergiebt sich leicht das Urthcil, wel-ches man von volkswirthschaftlichcr Seite über den Luxus (,,)fällen muß, d. h. einen solchen Aufwand, der blos einen entbehr-lichen Gütcrgcnuß bezweckt, ohne ein wesentliches Bedürfniß zubefriedigen. Der Luxus begleitet häufig die Verwendung derGüter für wichtigere Zwecke, so daß man bei einer gewissen Artdes Gütcrgebrauches des Vergnügens willen mehr verzehrt, alsman blos jener Zwecke wegen nöthig hatte (S). Er ist thcilsauf sinnlichen Genuß (Wohlleben) gerichtet, theils bezweckter einen gewissen Eindruck bei anderen Menschen. Dieß geschiehtentweder darum, weil die allgemeine Meinung mit jedem Standeder Gesellschaft einen gewissen Grad von Güteraufwand verbindetund der Einzelne auch ohne eigenes sinnliches Behagen sich derLebensweise seiner Standcsgenossen entschließt, um nicht an Ach-tung zu verlieren (Bedürfniß des Anstand cs), — oder in derAbsicht, sich durch großen Aufwand als reich zu zeigen und hieraushöheres Ansehen zu erlangen. Letzteres, wenn cs auf einen hohenGrad getrieben wird, ist der Prunk. Diese beiden dem Luxusangehörendcn Zwecke werden nicht selten zugleich verfolgt, dochist dann gewöhnlich der eine oder der andere vorherrschend. Inbeide» Richtungen gicbt es verschiedene Grade, die sich sowohldurch die Größe des Aufwandes, als durch das Maaß von Bil-dung, die sic voraussetzcn, von einander unterscheiden.
(a) Der Begriff des Luxus ist sehr verschieden gefaßt worden. Die-jenigen, welche allen Luxus für verderblich erklären (z. B. Destuttde Tracy, Commentar über Montesquieu's Geist der Gesetze,7. Buch), meinen dabei eigentlich nur einen hohen Grad desselben.Vgl. Ne Io n, Ilssnis polltiguos, <Amp.9. (Vertheidigung des L.).—Uinto, Do In oiroulntioii, S. 324— koi Kiison, üssnis on NieIii8tor)' ol dvil societx, S. 396 der basier Ausg. (1789). —Storch, II, 189. — Rau, lieber den Luxus, Erlangen, 1817.Dcss. Malthus und Say, S. 229. — Roscher in Rau undHaussen, Archiv, N. F. I, 48.
(-) Schwierig ist es anzugebcn, wo der Luxus anfange oder wo daswahre Bedürfniß aufhöre; es giebt Vergnügungen, die zugleichBedürfnisse des geistigen Lebens befriedigen und die Anlagen desMenschen ausbilden, z. B. der Genuß der Tonkunst. Beschränktman sich auf die allein genau bestimmbaren Bedürfnisse des Kör-pers, so wird man genöthiget, alle diejenigen Consumtionen schon