366
Verkehr bezahlt, als die umlaufenden Sorten. Der Gulden wurdedurch spätere Würdigung der verkommenden Stücke auf ungefähr212 As herabgesetzt, gegen Ende des 17. Jahrb. durch Festsetzungdes 3 Guldenstückcs zu 603 As kam er auf 20! As f. Der bel-gische Ducaton durfte erst seit 1638 angenommen werden und cSist daher unrichtig, aus seinem Preise von 3 fl. den ursprüngli-chen Werth des Bankguldcns zu berechnen, welcher kein anderer,als der in vollwichtigen Stücken vorkommcnde war. Wer Münzenin die Bank brachte, erhielt nicht nur ein Guthaben in den Bü-chern derselben, sondern auch eine Quittung (Rcccpisse), wo-für er halbjährig einen kleinen Zins entrichten mußte, Hs, Proc.für Ducatons ( Silberrydcr), bei anderen Sorten Hs,— V, Proc.Der Besitz einer Summe Bankgeld und eines Rccepisscs auf glei-chen Betrag berechtigte zum Hcrausnchmen von Baarschaft. Danun das Bankgeld etwas unter dem vollen Preise der guten Sor-ten stand, so erhielten die Rccepissen einen Preis und deshalb lie-fen sie häufig um. Hieraus war die Meinung entstanden, daß die-jenigen Einlagen, für welche keine Rccepissen durch Zinszahlungerneuert worden wären, gar nicht mehr hätten zurückgefordcrcwerden können, was nach Me es nicht richtig ist. Jede Umschrei-bung kostete zwei Stüver (20 auf den Gulden), wer zum ersten-mal ein Guthaben erhielt, entrichtete 10 fl. Zweimal im Jahrewurden alle Rechnungen abgeschlossen. Erst 1795 wurde cs bekannt,daß die Bank einen Lheil des Borrathcs heimlich zu Vorschüssenverwendet hatte, die sich auf 9-247 7 93 fl. beliefen. Diese Summewurde 1802 von der Regierung vergütet, doch gelangte die Banknicht wieder zu der vorigen Bedeutung. Bei der Gründung derniederländischen Zettelbank im Jahr 18! 1 verlor sic vollends alleWirksamkeit, wcßhalb 1820 ihre Aufhebung ausgesprochen und dieRückzahlung des Bankgeldes mit 5 Proc. Aufgeld verordnet wurde.Marperger, S. 119. — Ad. Smith, II, 305. — Blisch, S. 1 l>0.760. — Storch, III, 64. — Sorgfältig und mit Beleuchtungmancher früherer Jrrthümer handelt die Geschichte dieser Bank abzv. 6. Illoos, krcove eoner »cüclüoüonis VN» Iiot bnnkcve/.Liiin kteüeilainl -zeünronüe «Io» tlfll Nor ropubliole. liolterü. 1838.
Hamburg. Errichtet 1619, wegen der vielen schlechten da-mals umlaufenden Münzen. 1770 fing die Bank an, Silberbarrenanzunchmen; seit 1790 findet die Einlage von Münzen gar nichtmehr Statt. Die Barren müssen eine Mischung von reinemSilber haben (0,°" oder 15 Loth 12 Grän). Die Bank berechnetebei den eingelegten Barren die köln. Mark feines Silber zu 442Schilling (48 auf den Lhaler) oder 27 Mark 10 Schill., beimHcrauszichen mußte man sich die köln. Mark um 2 Schillinge hö-her, also zu 27 Mk. 12 Schill, anrechnen lassen. Seit 1846 wirdauch beim Einlegen die k. Mark zu 27 Mk. 12 Schill. Banco be-rechnet und beim Hcrauszichen nur I p. »ülle zurückbehaltcn. Hier-aus ergiebt sich der Feingehalt der Bankmark zu 175,^', des Tha-lers zu 526,'° As. Vgl. Soetbeer, lieber Hamburgs Handel, III,41. 1846. Der fortwährend gcheimgchaltene Betrag des Bankvor-rathcs wurde 1813 bei der Wegnahme durch den Marschall Da-voust bekannt, er war 7-489 343 Mark Banco, wofür die franz.Regierung 1816 nur 500 000 Franken Renten erstattete. Büsch,Storch a. a. O.
Nürnberg. Stiftung 1621. Wechsel von 50 fl, und Zahlun-