203
knufer kann außer dem Gewerbsverdicnste noch andere von diesen-Bestandlheilen für sich erhalten, wenn er z. B. selbst mitarbcitetoder Eigcnthümer des Capitalcs oder Grundstückes ist. Er mußin einem solchen Falle die ihm gebührende Vergütung so berech-nen, wie sie sein würde, wenn er für Andere arbeitete und seinCapital oder Grundstück Anderen überließe. Doch steht cs ihmfrei, sich mit einer unter dem gewöhnlichen Betrage bleibendenVergütung zu begnügen, und dieß geschieht nicht selten in derAbsicht, um bei ungünstigem Mitwerbcn das Gewerbe noch fort-setzcn zu können.
(a) Rur in wenigen Fällen sind die Verrichtungen so einfach, daß siekein Capital erfordern und daß in den Kosten keine Capitalrentevorkommt; z. B. Sammeln von Beeren, Kräutern, Wurzeln re.In den frühsten Perioden der Gesellschaft, ehe noch Capital an-gcsammclt war, fand dieß Verhältnis freilich allgemein Statt, undin solchen Zeiten siel dem Verkäufer auch noch keine Ausgabe fürGrundrente zur Last, wie dieselbe z. B. bei der Seefischerei nichtvorkommt; aber es gab damals auch nur wenige Productions-zweige. — Inwiefern die Grundrente unter die Kosten gehört, s.8. 216.
(-) Diejenigen, welche den Gewerbsverdicnst mit der Capitalrente inVerbindung bringen, rechnen nur drei Bestandtheile der Kostenauf, z. B. Smith, I, 86. — Ricardo (Urinc. 6up. l.) undMill (Ülöttien«, 92. 98.) sehen blos den Arbeitslohn als Kosten-betrag an, weil sie das Capital als angehäufte Frucht einer frü-her» Arbeit, und den Preis desselben gleichfalls als Lohn ansehen;die Grundrente wird von ihnen aus einer andern Ursache ausge-schlossen, s. unten 3. Abschnitt, 2. Abth. Aber selbst wenn man denPreis des angewendetcn Capitales ganz auf den Lohn der zu des-sen Erzeugung vorgenommenen Arbeit zurückführen könnte, so bil-dete doch immer noch der Preis der gestatteten Capitalbenutzung,oder die Capitalrente, einen besonderen Bcstandtheil der Kosten.— Nach Rodbertus-Jagetzow (Zur Erkenntniß rc, I, 7) be-stehen alle Kosten nur aus der aufgcwendeten Arbeit, denn nurder Mensch habe Kosten, nicht die Natur, welche das Materialhergcbe. Diese Ansicht könnte nur gelten, wenn man auf den Ur-beginn der Wirthschaft zurückgcht und das Verhältniß des Men-schengeschlechts zur Natur berücksichtigt, wobei freilich klar ist, daßjenes nichts als seine Arbeit mitbringt. Wie aber unter der heu-tigen Gütcrvertheilung die Stellung des Unternehmers ist, liegenihm offenbar jene oben angegebenen verschiedenen Ausgaben ob.— Torrens stellt eine scheinbar entgegengesetzte Behauptung auf,daß nämlich der natürliche Preis sich gänzlich nach dem angewen-dcten Capitale richte (I'rniluotion nt rvoullli, S. 2t). Dieß wi-derstreitet aber der obigen Bestimmung deS Kostensatzes nicht,weil alle Bestandtheile desselben Ausgaben sind, die der Unterneh-mer mit seinem Capitale bestreitet. Derselbe (S. 5l) läugnet, daßder Profit unter die Kosten gehöre, er sei vielmehr ein neu ent-