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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
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lebten. Da lernten wir nach und »ach, wie wir aus Eiern,dürren Fischen und Citronenschaalen, welche beide letztereStücke wir zwischen zwei Steinen zn zartem Mehle rieben,j» Vogclschmalz, das wir von den Walchen, sogenanntenVögeln bekamen, anstatt des Brodcs wohlschmeckende Ku-chen backen sollten. So wußte auch mein Kamerad denPalmwein gar artlich in große Häsen zu gewinnen und den-selben ein Paar Tage stehen zu lassen, bis er vergohrcn> hatte. Hernach soff er sich so voll darin, daß er hin undi her torkelte, und solches that er auf die Letzte gleichsam alleTage, Gott gebe, was ich dawider redete. Denn er sagte,wenn man diesen Wein über die Zeit stehen ließe, so würdeer zu Essig, was zwar nicht ohne Grund ist. Antworteteich ihm dann: er sollte auf einmal nicht so viel, sondern, die bloße Nothdurft gewinnen; so sagte er hingegen: es seiSünde, wenn man die Gaben Gottes verachte; man müsseden Palmen bei Zeiten zur Ader lassen, damit sie nicht inihrem eigenen Blute erstickten. Also mußte ich seinen Be-gierden den Zaum schießen lassen, wollte ich anders nichtmehr den Vorwurf hören, ich gönnte ihm nicht, was wir dieFülle umsonst hätten.

! Also lebten wir, wie schon oben gemeldet worden ist,I wie die ersten Menschen in der goldenen Zeit, wo der-g lige Himmel denselben ohne einige Arbeit alles Gute aus8 der Erde hat hcrvorwachscn lassen. Gleichwie aber keins Leben in dieser Welt so süß und glückselig ist, daß cs nichtbisweilen mit der Galle des Leidens verbittert werde, alsogeschah cs uns auch. Denn um wie viel sich täglich unsereKüche und unser Keller verbesserte, um so viel wurden un-sere Kleidungen von Tag zu Tag je länger je blöder, bis sie