Druckschrift 
Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
Entstehung
Seite
107
Einzelbild herunterladen
 

107

und das Haus hinfort geheuer sei, so möchten sie das Gelderheben und es so anlegen, wie sie vermeinten, daß sie cSgegen Gott verantworten könnten. Ich für meine Personwollte ihnen weisen, wo es läge, und alsdann in GottesNamen meinen Weg weiter suchen. Weil ich nun hinsicht-lich der Person ihres Urahnen und wegen der beiden Dörferdie Wahrheit geredet hatte, so dachten sie wohl, ich würdedes verborgenen Schatzes halber auch nicht lügen. Sieverfügten sich deswegen mit mir wiederum in mein Schlaf-zimmer, woselbst wir die steinerne Platte.aufhoben, unterwelcher die Geister das Schccrerzcug hervvrgcnommen undwieder hineingesteckt hatten. Wir fanden jedoch nichts An-deres, als zwei irdene Häfen, welche noch ganz neu schienen,»nd von denen der eine mit rothcm, der andere hingegenmit weißem Sande gefüllt war. Die beiden Brüder ließendeswegen die gefaßte Hoffnung, dieses Orts einen Schatzzu fischen, allerdings fallen. Ich aber verzagte darum nochnicht, sondern freute mich, dermalen die Gelegenheit zu ha-ben, daß ich versuchen könnte, was dcr wundcrbarlichc Theo-lchrastus Paracelsus im neunten Theile seiner Schriften,nämlich der geheimen Wcltweishcit, von der Umwandclnngder verborgenen Schätze schreibt. Ich wandcrte deswegenmit den beiden Häfen und den in ihnen enthaltenen Stoffenin die Schmiede, welche der Schloßhcrr im Vorhofe desSchlosses stehen hatte, setzte sic iu's Feuer und gab ihnenihre gebührende Hitze, wie man sonst zu verfahren pflegt,wenn man Metall schmelzen will. Und nachdem ich cs nunvon sich selbst wieder hatte erkalten lassen, fanden wir indem einen Hafen eine große Masse Dukaten-Gold, in demandern aber einen Klumpen vicrzehnlöthigcs Silber, und