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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
Entstehung
Seite
95
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Das fünfzehnte Kapitel.

Simpler sicht ein Gespenst eins einem Schloß,

Das ihn sehr ängstigt und die Furcht macht groß.

Es glückte mir ziemlich auf dem Wege, weil ich überalltreuherzige Leute fand, die mir von ihrem Ueberilufse so-wohl Herberge als Nahrung gern mittheiltcn, und das umso diel lieber, weil sie sahen, daß ich nirgends Geld weder for-derte noch annahm, wenn 'gleich man mir nur einen oderzwei Aenstcr geben wollte. Zn der Stadt sah ich eine»sehr jungen ^wohlgeputztcn Menschen sichen, um welchenetliche Kinder hcrumliefen, die ihn Vater nannten, wes-wegen ich mich höchlich.verwundern mußte)' denn ich wußteroch nicht, daß solche Söhne darum so jung heirathen,damit sic desto eher Staatspcrsonen abgcbcn und destofrüher auf die Statthalterschaften gesetzt werden möchten.Dieser sah mich vor etlichen Thürcn betteln, und da ichmit einem tiefen Bücklinge denn einen Hut konnte ichvor ihm nicht abziehen, weil ich barhäuptig ging beiihm vorüber wandern wollte, ohne daß ich, dem unverschäm-lcn Bettlerbrauchc mancher Pilger nach, ihn auf der Gasseangclaufcn hätte, griff er in de» Sack und sagte:Ha!warum forderst du mir denn keine Almosen ab? Sichehier, da hast du auch einen Lutzcr!" Ich antwortete:.Herr! ich konnte mir leicht cinbilden, daß Er kein Brodbei sich trägt, darum habe ich Ihn auch nicht bemüht; über-dies trachte ich auch nicht nach Geld, weil de» Bettlernsolches zu haben nicht gebührt." Indessen sammelte sichLolksroman. VI. 7