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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
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Ringel rennen, den Komödien, Balleten und dergleichenzulässigen und ehrlichen Uebungcn, denen er beiwohnte unddie er selbst mitinachtc, begnügen. Als er aber erwärmteund bekannt wurde, kam er auch an diejenigen Oertcr, wo ^man seinem Gclde mit Würfeln und Karten zusetzte, bis ^er endlich sogar die vornehmsten Herrenhäuser durch-schwärmtc. In seiner Wohnung hingegen ging cs zu, wiebei des Königs Arthur Hofhaltung, da er täglich vieleSchmarotzer nicht schlechtweg mit Kraut oder Rüben, son-dern mit thcurcn französischen Potagien und spanischenOllapotriden köstlich bcwirthetc, maßen ihn oft ein einzigerImbiß über fünfundzwanzig Pistolen zu stehen kam, sonder-lich wenn man die Spielleute rechnete, die er gemeiniglichdabei zn haben Pflegte. Ucbcr dieses brachten ihn die neuenModen der Kleidungen, welche geschwind nach einanderfolgten und aufstanden, und die sich bald wieder veränder-ten, um eine große Summe Geldes, und mit dieser Thor-hcit prangte er desto mehr, weil ihm, als einem fremdenKavalier, keine Tracht verboten war. Da mußte Allesmit Gold gestickt und verbrämt sei», und cs verging keinMonat, in welchem er nicht ein neues Kleid angezogcn undkein Tag, an dem er nicht seine Perücke etliche Male ge-pudert hätte. Denn wiewohl er von Natur ein schönesHaar hatte, so beredete ihn doch die Hoffart, daß er sol-ches abschneidcn und sich mit fremden sollte zieren lassen,weil cs so der Brauch war. Denn die Hoffart saztc zuihm, die Sonderlinge, welche sich mit ihrem natürlichen !Haare behälfen, wenn solches gleichwohl schön sei, ziibendamit doch nichts Anderes zu verstehen, als daß sie armeSchurken seien, die nicht so viel vermöchten, um einhundert