ihm dient. Nach der Richtschnur derselben erfand ich für Idie Menschen eine Art zu leben, die mehr englisch als >menschlich sein könnte, wenn sich nämlich eine Gesellschaftzusammenthäte, beides von Verehelichten und Ledigen, von ^Manns- und Weibspersonen, welche nach der Manier derWiedertäufer einzig und allein sich beflissen, unter einem '
verständigen Vorsteher durch ihrer Hände Arbeit ihren leib-
lichen Unterhalt zu gewinne», und sich die übrige Zeit mit edem Lobe und Dienste Gottes und mit ihrer Seelen Selig- .kcit zu bemühen. Ich hatte nämlich hiebcvor in Ungar» IIauf den wicdcrtäuferischen Höfen ein solches Leben gesehen, Ialso daß ich, wofern jene guten Leute nicht in andere falsche tund der allgemeinen christlichen Kirche widerwärtige ketze-!rische Meinungen wären verwickelt und vertieft gewesen,!mich von freien Stücken zu ihnen geschlagen, oder wenig-stcns ihr Leben für das Seligste in der ganzen Welt ge- jschätzt haben würde. Denn sic kamen mir in ihrem Thunund Leben allerdings so vor, wie Josephus und Anderemehr die jüdischen Essäcr beschrieben haben. Sie hattenerstlich große Schätze und überflüssige Nahrung, die sic aberkcineswegcs unnützlich oder liederlich verschwendeten. KeinFluch, keine Murmclung, noch Ungeduld wurde bei ihnengespürt, ja man hörte kein unnützes Wort. Da sah ichdie Handwerker in ihren Werkstätten arbeiten, als wenn stcs verdingt hätten; ihr Schulmeister unterrichtete die Ju-gend, als wenn sie alle seine lieblichen Kinder gewesenwären. Nirgends sah ich Manns- und Weibsbilder nntcr-'einander vermischt, sondern an jedem bestimmten Orte auchjedes Geschlecht absonderlich seine ihm obliegende Arbeitverrichten. Ich fand Zimmer, in welchen nur Kindbetterin-