50
Das neunte Kapitel.
Simpler bekommt Kindeswehcn, die ihm anstoßen;
Er wird zum Wittwer, das achtet er für Possen.
Ohnlängst hernach »ahm ich meinen Peter zu mir undthat mit ihm einen Ritt hinunter in den Spessart, um einenglaubwürdigen Schein und Urkunde meines Herkommensund meiner ehelichen Geburt halber zu Wege zu bringen,was ich auf meines Peters Zeugniß aus dem Taufbuche un-schwer erhielt. Ich kehrte auch gleich bei dem Pfarrer ein,der sich zu Hanau aufgehalten und sich meiner angenommenhatte. Derselbe gab mir einen schriftlichen Beweis mit, womein seliger Vater gestorben, und daß ich bei demselben bis inseinen Tod, sowie endlich unter dem Namen Simpliciuseine Zeitlang bei Herrn Ramsah, dem Gubernator in Ha-nau gewesen wäre. Ja, ich ließ über meine ganze Historieaus dem Munde der Zeugen durch einen Notarius eineUrkunde aufrichten; denn ich dachte: wer weiß, wo du csnoch einmal brauchst. Solche Reise kostete mich über vier-hundert Thalcr; denn auf dem Zurückwcge wurde ich voneiner Partei erhascht, abgesctzt und geplündert, also daß ichund mein Knau oder Peter allerdings nackend und kaummit dem Leben davon kamen.
Indessen ging cS daheim auch schlimm zu; denn nach-dem mein Weib vernommen hatte, daß ihr Mann ein Junkersei, spielte sie nicht allein die große Frau, sondern verlieder-lichte auch Alles in der Haushaltung, was ich jedoch, weilsie großen Leibes war, stillschweigend ertrug. Ucberdies