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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
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zum Schaden, so unnütz verschwende?" Also redeten wirbeiderseits läppisch genug gegen einander, weil je Einer indes Andern Liebe trunken war. Dieses machte mich schierglauben, daß eine schlechte Liebe und Vertraulichkeit zwischendenjenigen Menschen Statt finde, zwischen welchen die Re-den zu Zeiten nicht auch fein närrisch fallen. Hcrzbrudcrwurde damit zugleich mein Hofmeister, mein Scckclmcister,mein Diener und mein Herr, und in solcher müßigen Zeiterzählte er mir dann seinen Lebenslauf, und durch was fürMittel er bei dem Grafen von Götz bekannt und befördertworden wäre, sowie ich ihm dagegen zu wissen that, wiemir's gegangen, seitdem sein seliger Vater gestorben wäre;denn bisher hatten wir uns noch niemals so viel Zeit ge-nommen, um dies zu thun. Und da er nun hörte, daß ick'ein junges Weib zu Lippstadt hatte, verwies er mir, daß ichmich nicht eher zu ihr als mit ihm in das Schwcizcrlandbegeben hätte; denn solches wäre mir anständiger und auchmeine Schuldigkeit gewesen. Nachdem ich mich jedoch ent-schuldigt hatte, daß ich cs nicht über das Herz hätte bringenkönnen, ihn, als meinen allerliebsten Freund, in seinemElende zu verlassen, beredete er mich dazu, daß ich meinemWeibe schrieb und ihr meine Gelegenheit und meine Ver-hältnisse zu wissen that, mit dem Versprechen, ich wolltemich mit Ehestem wieder zu ihr begeben. Ich machte ihrauch wegen meines langen Ausbleibens meine Entschul-digungen, daß ich nämlich allerhand widriger Begebnissehalber, wie gern ich auch immer gewollt, mich nicht eher beiihr hätte cinfindeu können.

Dieweil dann Hcrzbrudcr aus den gemeinen Zeitungenerfuhr, daß eS um den Grafen von Götz wohl stände, son-