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so viel Geld sah, mit welchem ich auch ohne ihn wohl einziemlicher Herr hätte sein können, sagteer: „Bruder! so langeich dich kenne, thust du weiter nichts, als daß du deine Liebeund Treue, die du zu mir hegst, beweisest! 'Aber sage mirnur, womit vermeinst du wohl, daß ich cs wieder um dichwerde beschuldcn können? Es ist nicht nur um das Geldzu thun, womit du mich dir verbindlich machst; denn solcheswäre vielleicht mit der Zeit wieder zu bezahlen, sondern eshandelt sich eben um deine Liebe und Treue, vornehmlichaber um dein in mich gesetztes hohes Vertrauen, das nichtzu schätzen ist. Dasselbe macht mich schamroth, wenn ich be-kennen muß, daß ich nimmermehr einem einzigen Menschenin der Welt soviel vertraut hätte, als du mir vertraut hast.Und mit einem Worte, Bruder! dein tugendhaftes Gemüthmacht mich zu deinem Sklaven, und was du gegen michthust, das ist mehr zu verwundern als wieder zu vergeltenmöglich. O, ehrlicher Simplicius! dem bei diesen gott-losen Zeiten, in welchen die Welt voll Untreue steckt, nichtin den Sinn kommt, der arme und hochbedürftige Hcrz-bruder möchte mit einem so ansehnlichen Stück Geld fort-gehen und ihn anstatt seiner in Mangel setzen. Sei ver-sichert, Bruder! durch diesen Beweis deiner wahren Freund-schaft verbindest du mich mehr gegen dich, als etwa ein rei-cher Herr, der mir viele Tausende verehrte. Allein, ichbitte dich, mein Bruder! bleibe selber Herr, Verwahrer undAustheiler deines Geldes; mir ist es genug, daß du meinFreund bist!." Ich antwortete: „Was für wunderlicheReden sind das, hochgeehrter Hcrzbrudcr! Er giebt münd-lich zu vernehmen, daß Er mir verbunden sei, und will dochnicht dafür sein, daß ich unser Geld, sowohl mir als Ihm