Das sechsundzwanzigste Kapitel.
Simpler hört von dem Herzbruder mit Schmerzen
Seinen Zustand, der ibm gar sehr geht zu Herzen,
Unsere unverschenc Zusammenkunft machte, daß wir fastweder essen noch trinken konnten. Es fragte nur immerEiner den Andern, wie es ihm ergangen, seitdem wir dasLetztem«! beisammen gewesen wären? Weil aber der Wirthund Hausknecht stets ab- und zugingen, so konnten wir ein-ander nichts Vertrauliches erzählen. Der Wirth wunderteflch, daß ich einen so lausigen Kerl bei mir litte. Ich abersagte, solches sei im Kriege unter rechtschaffenen Soldaten,die Kameraden wären, der Brauch. Da ich auch verstand,'daß Hcrzbrndcr sich bisher im Spital aufgehaltcn und vonAlmosen ernährt hätte, seine Wunden aber liederlich ver-bunden worden wären, so dingte ich dem Wirthe ein beson-deres Stüblcin ab, legte Hcrzbrudern in ein Bette und ließihm den besten Wundarzt kommen, den ich haben konnte,wie auch einen Schneider und eine Näherin, um ihn zukleiden und den Läusen aus de» Zähnen zu ziehen. Ichhatte eben jene Dublonen, welche Olivier dem tobten Judenaus dem Munde genommen, bei mir in einem Scckel.Dieselben schlug ich auf de» Tisch und sagte, dem Wirthezu Gehör, zu Hcrzbrudern: „Schau', Bruder! das ist
mein Geld; das will ich an dich wenden und mit dir ver-zehren!" Darauf wartete uns denn der Wirth trefflichauf. Dem Barbier hingegen wies ich den Rubin, welcherebenfalls des angedenteten Juden gewesen und ungefähr