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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
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Diese Beute/' sagte er,habe ich dir, Simplicius, zudanken!" Er schenkte mir darauf den Rubin, steckte dasGelb zu sich und ging hin, seinen Bauer zu holen, mit demBefehle, ich sollte unterdessen bei den Pferden oerbleiben,sollte aber wohl zusehcn, daß mich der tobte Jude nichtbeiße, womit er mir meine Weichherzigkcit einrieb und zuverstehen gab, daß ich keine solche Courage hätte wie er.

Als er nun nach dem Bauer ausgcgangcn war machteich mir indessen sorgsame Gedanken und betrachtete, in wasfür einem gefährliche» Stande ich lebte. Ich nahm mirvor, mich auf ein Pferd zu setzen und durchzugehcn, besorgteaber, Olivier mochte mich über der Arbeit ertappen underst nicderschießcn; denn ich argwöhnte, daß er meine Be-ständigkeit für diesmal nur versuche und irgendwo stehe,um mir aufzupassen. Bald gedachte ich, zu Fuße davonzu laufe»; ich mußte aber doch besorgen, daß ich, wenn ichauch dem Olivier entkäme, nichts desto weniger den Bauernauf dem Schwarzwalde, welche damals in dem Rufe stan-den, daß sie den Soldaten auf die Hauben klopften, nichtwürde entrinnen können.Nimmst du aber," so dachteich bei mir,alle Pferde mit dir, auf daß Olivier keinMittel hat, dir nachzujagen, und würdest von den Weima-rischcn erwischt, so legen sie dich als einen überwiesenenMörder auf's Rad." Kurzum, ich wußte kein sicheresMittel zu meiner Flucht zu ersinnen, vornehmlich, da ichmicb in einem wilden Walde befand und weder Weg nochSteg kannte. Ucberdics erwachte mir auch mein Gewissenund quälte mich, weil ich die Kutsche aufgehalten und eineUrtacke aeweken war, daß der Kutscher so erbärmlich umdas Leben gekommen und die beiden Weibsbilder uns die