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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
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weil mein Vater um den ganzen Handel alle Wissenschafthatte, zumal da er auch sonst mit dem Judenspieße trefflichfechten konnte. Also wurde mein Vater durch solche Hei-rath unversehens ein reicher Kaufmann, ich aber sein ersterErbe, den er wegen seines Ueberflusscs zärtlich aufziehcnließ. Ich wurde in Kleidungen gehalten wie ein Edelmann,im Essen wie ein Freiherr, und in der übrigen Wartungwie ein Graf, welches Alles ich mehr dem Kupfer und Gal-mei, als dem Silber und Gold zu danken hatte.

Ehe ich das siebente Jahr völlig überlebte, erzeigte essich schon, was aus mir werden wollte; denn was zur Nesselwerden soll, das brennt bei Zeiten. Kein Schelmenstückund keine Büberei war mir zu viel, und wo ich irgendEinem konnte einen Possen reißen, da unterließ ich es nicht,weil mich weder Vater noch Mutter darum strafte. Ichstrich mit anderen bösen Buben, die älter waren als meinesGleichen, durch Dick und Dünn auf der Gasse herum, undhatte schon das Herz, mit Stärkeren, als ich war, michherumzuschlagen. Kriegte ich dann Stöße, so sagten meineEltern:Was ist das? soll so ein großer Flegel sich miteinem Kinde schlagen?" Ucbcrwand ich dagegen maßenich kratzte, biß und warf so sagten sie:Unser Olivier-chen wird ein braver Kerl werden!" Davon wuchs mirder Muth gewaltig. Zum Beten war ich noch zu klein;wenn ich aber fluchte wie ein Fuhrmann, so hieß es, ich ver-stände es nicht. Also wurde ich immer ärger, bis manmich zur Schule schickte. Was dann andere böse Bubenaus Bosheit ersannen und aus Furcht vor den Schlägennicht ausführen durften, das setzte ich in's Werk. Wennich meine Bücher verkletterte oder zerriß, so schaffte mir dieVolkSroman. lV. 7