wohl Unbilden, daß er keinen bessern Freund in der Weltbekomme, als er an mir einen haben würde, weil ich, nachdes alten Herzbrudcrs Prophezcihung, seinen Tod so tapferrächen sollte. Ich wollte mich über eine so seltsame Zusam-menkunft verwundern ; er aber sagte: „Das ist nichts
Neues; Vcrg und Thal kommt nicht zusammen; das istmir aber seltsam, daß wir Beide uns so verändert haben,sintemal ich aus einem Geheimschrciber und braven Officierein Waldfischer, du hingegen aus einem Narren zu einemtapferen Soldaten geworden bist! Sei versichert, Bruder!daß wir, wenn unser zehntausend wären, des morgendenTages Breisach entsetzen und uns endlich zu Herren derganzen Welt machen wollten."
Unter solchem Gespräche zogen wir, als cs eben Nachtgeworden war, in ein kleines abgelegenes Tagelöhner-Häus-lein ein; und ob zwar mir solche Prahlerei nicht gefiel, sogab ich ihm doch Recht, vornehmlich weil mir sein schelmi-sches falsches Gcmnth bekannt war. Ich mußte ihn beiguter Laune erhalten, damit er mir, bis ich wieder von ihmkäme, keine Untreue bewiese, und wiewohl ich ihm im Ge-ringsten nichts Gutes zutraute, so ging ich doch mit ihm inbesagtes Häuslein, in welchem ein Bauer so eben die Stubeheizte. Zu diesem sagte er: „Hast du etwas gekocht?"„Nein!" erwiderte der Bauer, „ich habe ja den gebratenenKalbsschlägcl noch, den ich heute von Waldkirch mit-brachte." „Nun denn!" antwortete Olivicr, „so geheund lange her, was du hast, und bringe zugleich das Täß-lein Wein mit!"
Als der Bauer fort war, sagte ich zu Olivier: „Bru-der !" — ich nannte ihn so, damit ich desto sicherer vor ihm
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