Druckschrift 
Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
Entstehung
Seite
81
Einzelbild herunterladen
 

81

ter acht beschädigt waren. Die Ucbrigen gingen durch undhatten das Herz nicht, dem Feinde im freien Felde dieVcnte wieder abznjagcn, was sie gar fein hätten thun kön-nen, weil sic Alle zu Pferde waren.

Nachdem die Beuten und Gefangenen gcthcilt wordenwaren, gingen die Schwere» und Hessen denn sie warenaus unterschiedlichen Garnisonen noch selbigen Abendvon einander. Mich und den Korporal, samint noch dreiDragonern, behielt der Körnet, weil er uns hatte gefangenbekommen. Daher wurden wir in eine Festung geführt,die nicht ganz zwei Meile» von unserer Garnison lag. Weilich nun vordem selbigem Orte vielen Dampf angcthan hatte,so war mein Name daselbst wohl bekannt, ich selbst abermehr gefürchtet als geliebt. Als wir die Stadt vor Augenhatten, schickte der Körnet einen Reiter voran, um seine An-kunft dem Kommandanten anzukündigcn, auch anzuzeigen,wie cs abgelaufcn und wer die Gefangenen seien. Davongab es denn ein Gelaufe in der Stadt, das nicht auszusprc-chcn ist, weil Zeder den Wunder auszurichtcn gewohntenJäger gern sehen wollte. Da sagte der Eine Dies, derAndere Jenes von mir, und cs war nicht anders anznsehcn,als ob ein großer Machthaber seinen Einzug gehalten hätte.

Wir Gefangenen wurden stracks zum Kommandantengeführt, welcher sich sehr über meine Jugend verwunderte.Er fragte mich, ob ich noch nie auf schwedischer Seite ge-dient hätte, und was ich für ei» Landsmann wäre? Alsich ihm nun die Wahrheit sagte, wollte er wissen, ob ichnicht Lust hätte, wieder auf ihrer Seite zu bleiben? Ichantwortete ihm, daß es mir sonst gleich gälte; allein, weilich dem römischen Kaiser einen Eid geschworen hätte, so