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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
Entstehung
Seite
75
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mich dergestalt eingenommen, daß ich gar nicht darandachte, etwas zu verschenken. Jndcß verehrte ich zuletztdem Kommandanten ein Paar silberne und übergoldeteDoppelbechcr und meinem Hanptmannc ein Paar silberneSalzfässer, womit ich freilich nichts Anderes anSrichtctc, alsdaß ich ihnen nur den Mund auch nach dem klebrigen wäs-serig machte, weil cs seltene Altcrthümcr waren. Meinemgetreuesten Kameraden Springinsfeld schenkte ich zwölfReichsthalcr, und dieser rieth mir dagegen, ich sollte meinenReichthum von mir thuu, oder ich müßte gewärtig sein, daßich dadurch in Unglück käme, denn die Officicre sähen csnicht gern, daß ein gemeiner Soldat mehr Geld hätte, alssic selbst. So hätte er auch ehemals gesehen, daß einKamerad den anderen des Geldes halber heimlich ermordet.Bisher hätte ich wohl heimlich halten können, was ich an Beuteerschnappt und erübrigt; denn Jedermann glaubte, ich hätteAlles wieder an Kleider, Pferde und Gewehr gehängt.Nunmehr aber würde ich Niemanden mehr ein Ding ver-kleiden oder ihm weiß machen können, daß ich kein über-flüssiges Geld hätte; denn Jeder machte den gefundenenSchatz jetzt weit größer, als er an sich selbst sei, und da ichohnedies nicht mehr wie vordem spendete, so müsse er ofthören, was unter den Burschen für ein Gemurmel gehe.Sollre er sich an meiner Stelle befinden, so ließe er denKrieg Krieg sein, setzte sich irgend wohin in Sicherheit undließe den lieben Gott walten. Seine Meinung wäre, ichsollte das Glück nicht weiter versuchen, ich hätte mir Ehreund Gut genug erworben und meine Sache so weit gebracht,daß cs unter Tausenden kaum Einem so wohl geralhcnmöchte. Ich antwortete: Höre, Bruder! wie kann ich