Lö
Springinsfeld den Stall, ich aber das Hans zu durchsnchmvornahm, mit der Abrede, daß Jeder von uns dasjenige,was er bekäme, mit dem Andern thcilcn sollte. Also zün-dete Jeder seinen Wachsstock an. Ich rief nach dem Vaterim Hause, kriegte aber keine Antwort, weil sich Jedermannversteckt hatte. Indessen gerietst ich in eine Kammer, fandjedoch nichts als ein leeres Bette darin und einen verschlosse-nen Trog. Diesen hämmerte ich auf, in der Hoffnung,etwas Kostbares zu finden. Aber da ich den Deckel auf-that, richtete sich ein kohlschwarzes Ding gegen mich auf,welches ich für den Lucifer selbst ansah. Ich kann bei Gottschwören, daß ich mein Lebtage niemals so erschrocken bin,als eben damals, da ich diesen schwarzen Teufel so unver-sehens erblickte. „Daß dich dieser und jener erschlage!"sagte ich gleichwohl in solchem Schrecken und zuckte dabeimein Acrtlein, womit ich den Trog ausgemacht hatte; unddoch hatte ich das Herz nicht, ihm solches sofort in den Kopfzu hauen. Er aber kniete nieder, hob die Hände auf undsagte: „Min levc Herr, ick bidde ju doer Gott, schinkt mimin Levend!" Da hörte ich erst, daß cs kein Teufel war,weil er von Gott redete und um sein Leben bat. Ich sagtedemnach, er sollte sich aus dem Troge geheim. Das thater und ging mit mir so nackend, wie ihn Gott erschaffenhatte. Ich schnitt ein Stück von meinem Wachsstocke abund gab es ihm, um mir zu leuchten. Das that er gehor-samlich und führte mich in ein Stüblcin, wo ich den Haus-vater fand, der sammt seinem Gesinde dies lustige Schau-spiel ansah und mit Zittern und demüthigcn Worten umsein Leben und um Gnade bat. Diese erhielt er leicht,weil wir de» Bürgern ohnedies nichts thun durften und er