mit Pistolen und Degen zu weisen, daß cs nach den Rech-ten erlaubt sei, im Kriege Betrug wider seinen Gegentheilzu üben. Ich fragte ihn, warum er denn nicht bei seinenWagen geblieben, auf die er bestellt gewesen sei? Oderwenn er sa hätte sehen wollen, was im Walke stacke, warumer denn nicht zuvor rechtschaffen hätte kundschaften lassen?Dies wäre ihm weit besser angestandcn, als daß er jctzundso unsinnige Narrenspofsen anfingc, daran sich doch Nie-mand im Geringsten kehren würde. Hierüber gaben mirsowohl Freund als Feind recht und sagten: sie hätten un-ter hundert Parteigängern »och nicht einen angctroffcn, derauf solche Schmähworte nicht allein den Lieutenant selbsttodt geschossen, sondern auch alle Gefangenen mit der Leichein die Unterwelt geschickt haben würde. Also brachte ichmeine Beute und meine Gefangenen den andern Morgenglücklich nach Soest, und bekam mehr Ehre und Ruhm vondieser Partei als jemals zuvor. Jeder sagte: „Dies giebtwieder einen jungen Johannes von Werth!" Was michtrefflich kitzelte. Jedoch mir dem Lieutenant Kugeln zuwechseln oder zu raufen, wollte mir der Kommandant durch-aus nicht zugcbcn; denn er sagte, ich hätte ihn schon zwei-mal überwunden. Je mehr sich nun dergestalt mein Lobwieder vermehrte, desto mehr nahm der Neid bei denen zu,die mir ohnedies mein Glück nicht gönnten.
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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
Seite
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