152
fromme Pfaffe ließ sich indessen solches nicht irren; denn erkam mit seiner Köchin prozesfionswcisc daher. Letztere trugzwei Wachslichter in den Händen und einen Weihwasscr-kessel am Arme; er selbst aber war mit dem Chorrockcbewaffnet, sammt den Stollen, und hatte den Sprengel inder einen und ein Buch in der andern Hand. Aus dem-selben fing er an, mich zu beschwören, indem er fragte, werich sei und was ich da zu schaffen hätte? Weil er mich dennnun für den Teufel selbst hielt, so dachte ich, cs wäre billig,daß ich auch wie der Teufel thäte und mich also mit Lügenbehälfe. Ich antwortete deswegen: „Ach bin der Teufel undwill dir und deiner Köchin die Hälse umdrehen!" Er fuhrmit seinem Beschwören weiter fort und hielt mir vor, daßich weder mit ihm noch mit seiner Köchin etwas zu schaffenhätte, und hieß mich auch mit der allerhöchsten Beschwörungwieder hinfahrcn, wo ich hergckommen wäre. Ich aber ant-wortete mit ganz fürchterlicher Stimme, daß solches unmög-lich sei, wenn ich auch gern wollte. Indessen hatte Spring-insfeld , der ein abgefeimter Erzvogcl war und kein Lateinverstand, seine seltsamen Tauscndhändel auf dem Dache.Denn da er hörte, um welche Zeit es in der Küche war,daß ich mich nämlich für den Teufel ausgab, mich auch derGeistliche dafür hielt, wirte er wie eine Eule, bellte wie einHund, wieherte wie ein Pferd, blöckte wie ein Geisbock,schrie wie ein Esel und ließ sich bald durch den Kamin her-unter hören wie ein Haufen Katzen, die im Hornung ram-meln, bald wie eine Henne, die legen wollte; denn dieserKerl konnte die Stimme aller Thiere nachmachcn, und wenner wollte, so natürlich Heessen, als ob ein ganzer HaufenWölfe bei einander gewesen wäre. Solches ängstigte den