sengarten lebte; ja, cs kann Niemand glauben, wie ich michso trefflich wohl befand, daß ich aus dieser Qual entronnenwar, in welcher ich etliche Monate lang wie in einem Amei-senhaufen gesessen hatte. Hingegen hatte ich gleich wiederein anderes Kreuz auf dem Halse, weil mein Herr einer vondenjenigen Soldaten war, welche sich getrauen in den Him-mel zu kommen. Er ließ sich glattweg an seinem Soldegenüge» und betrübte im klebrigen kein Kind. Seine ganzeGlückseligkeit bestand in dem, was er mit Wachen oerdicnteund von seiner wöchentliche» Löhnung crkargte. Solches,wiewohl cs wenig war, hob er höher auf als Mancher diemorgcnländischcn Perlen. Einen jede» Blvmciscr nähte er inseine Kleider, und damit er deren einige in Vorrath bekom-men möchte, mußte ich und sein armes Pferd daran sparenhelfen. Daher kam cs, daß ich den trcugcn Pumpernickelgewaltig beißen, und mich mit Wasser, oder wenn cs wohlging, mit dünnem Viere behelfen mußte. Dies war mirfreilich eine abgeschmackte Sache, wie mir denn auch meineKehle von dem schwarzen trockenen Brodc ganz rauh undmein ganzer Leib äußerst mager wurde. Wollte ich etwasBesseres fressen, so mochte ich stehlen, aber mit ausdrückli-cher Bescheidenheit, daß er nichts davon inne wurde. Sci-nethalbcn hätte man weder Galgen, Esel, Henker, Stcckcn-knechtc, noch Feldscherer bedurft, auch keine Marketendernoch Trommelschläger, die den Zapfenstreich gcthan hätten.Denn sein ganzes Thun war fern von Fressen, Saufen,Spielen und allen Duellen. Wen» er aber irgendwohinauf Convoi, Partei oder sonst einen 'Anschlag befehligtwurde, so schleuderte er mit dahin, wie ein altes Weib amStecken. Ich glaube auch gänzlich, wenn dieser gute Dra-
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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
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