130
mein Herzbrudcr aber mangelte, erbte dessen Rittmeister michstimmt seinem Knechte und seinen Pforte». Bei diesemmußte ich mich als einen Reitcrjungcn gebrauchen lasse»,wofür ich weiter nichts hatte als die Versprechungen, daßer mich, wen» ich mich wohl hielte und ein Wenig bessermeiner Jugend entginge, als-danu aufsetzeu, daß heißt zueinem Reiter machen wollte, womit ich mich denn bis dahingedulden mußte.
Gleich darauf wurde mein Rittmeister zum Obcrstlicu-tenant vorgestcllt; ich aber bekam dann bei ihm das Amt,welches David vor alten Zeiten bei dem Könige Saul ver-treten hat. Denn in den Quartieren schlug ich auf derLaute und im Marschiren mußte ich ihm seinen Küraß »ach-führen, was mir freilich eine beschwerliche Sache war. Undobgleich diese Waffen dazu erfunden worden sind, um ihrenTräger vor feindlichen Püffen zu beschützen, so befand ichdoch in allen Stücken das Gegcuthcil, weil mich meine eige-nen Jungen, die ich aushccktc, unter ihrem Schutze destosicherer verfolgten. Unter denselben hatten sic ihren freienPaß, Spaß und Tummelplatz, so daß cs das Ansehen hatte,als ob ich den Harnisch ihnen und nicht mir zur Beschützungautrüge, sintemal ich mit meinen Armen nicht darunterkommen und keinen Streif unter sie thun konnte. DieTageweise der Soldaten reimte sich damals trefflich aufmich.Selbige lautete nämlich folgender Maßen:
Jetzund will ich von Herzen singen eine Tageweise:
Auf meiner linken Achsel, da gehn bei tausend Läuse,
Und auf der rechten noch viel mehr,
Dahinten auf dem Buckel, da steht das ganze Heer.