III
werde mir vergeben, daß ich Demselben für diesmal meinerKrankheit halber nicht willfahren kann; denn weil dieseArbeit vieles Rechnens bedarf so wird cs mein blöder Kopfjetzt nicht verrichten können; wenn er sich aber bis morgenzu gedulden beliebt, so will ich ihm vcrhoffentlich hinläng-liche Gcnugthuung geben." „Herr!" sagte hierauf derLieutenant, „er sage mir nur derweilen etwas aus derHand!" „Mein Herr!" antwortete der alte Herzbrudcr,„selbige Kunst ist gar mißlich und bctrüglich; deswegenbitte ich, der Herr wolle mich damit in so weit verschonen;morgen hingegen will ich Alles gern thun,, was der Herrvon mir begehrt." Der Lieutenant wollte sich jedoch nichtabweisen lassen, sondern trat meinem Vater vor das Bette,streckte ihm die Hand dar und sagte: „Herr! ich bitte nurum ein Paar Worte, die meines Lebens Ende betreffen, mitder Versicherung, daß ich, wenn solches etwas Böses seinsollte, des Herrn Rede als eine Warnung von Gott an-nehmen will, um mich desto besser vorzusehen; darum bitteich um Gottes willen, der Herr wolle nur gerade heraus-gehen und mir die Wahrheit nicht verschweigen!" Derredliche Alte antwortete ihm hierauf mit kurzen Worten undsagte: „Nun wohlan! so sehe sich denn der Herr wohl vor,damit er nicht in dieser Stunde noch aufgchängt werde!"„Was, du alter Schelm!" sagte der Lieutenant, der ebeneinen rechten Hundssoff hatte, „solltest du einem Kavalliersolche Worte Vorhalten dürfen?" Damit zog er vom Lederund stach meinen lieben alten Herzbruder im Bette zu Tode.Ich und der Furierschütze riefen alsbald Lärmen und Mor-dio, also daß Alles dem Gewehre zulief; der Lieutenantaber machte sich unverweilt auf seinen Schnellfuß und wäre
Lolksroman. II. 8