109
wegen seines Sohnes sattsam erquickt worden war, sobesserte es sich von Tage zu Tage mit ihm, also daß er nochvor dem 26 . Juli fast überall wieder zu völliger Gesund-heit gelangte. Doch wollte er sich noch inne halten undkrank stellen, bis der erwähnte Tag, vor welchem er sichmerklich entsetzte, vorbei wäre. Indessen besuchten ihn aller-hand Ofstcicrc von beiden Armeen, die ihr künftiges Glückund Unglück von ihm wissen wollten. Denn weil er einguter Mathematiker und Nativitäteustellcr, daneben auch einvortrefflicher Physioguomist und Chiromantiker war, soschlug ihm seine Aussage selten fehl; ja, er nannte sogarden Tag, an welchem die Schlacht vor Wittstock nachgchendsgeschah, sintemal Viele zu ihm kamen, denen um dieselbeZeit einen gcwaltthätigcn Tod zu erleiden angedroht war.Die Gemahlin meines Obersten versicherte er, daß sic ihrKindbette noch im Lager aushaltcn würde, weil vor demAusgange ihrer Wochen Magdeburg an die Unsrigcn nichtübergehen würde. Dem falschen Olivier, der sich gar zuläppisch bei ihm zu nupchcn wußte, sagte er ausdrücklich, daßer eines gewalttätigen Todes sterben müßte, und daß ichseinen Tod, er geschehe wann er wolle, rächen und seinenMörder wieder umbringcn würde, weswegen mich Olivierin der folgenden Zeit hoch hielt. Mir selbst aber erzählteer meinen ganzen künftigen Lebenslauf so umständlich, alswenn er schon vollendet und er allezeit bei mir gewesen wäre.Dieses Alles achtete ich indessen wenig, erinnerte mich abernachgchends vieler Dinge, die er mir zuvor gesagt hatte,nachdem dieselben schon geschehen und wahr geworden wa-ren. Vornehmlich warnte er mich vor dem Wasser, weiler besorgte, ich würde meinen Untergang darin leiden.