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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
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einem Elende die Arnmth sie gefangen hielte, und ihnenalle Hoffnung abschnitte, ihren gegenwärtigen Zustand zuverbessern, erinnerte ich mich erst meiner Dukaten, die ichnoch in meinen Eselsohren vernäht hatte. Ich fragte sie des-wegen , wie viel sie denn Geldes zu dieser ihrer Nothdurflhaben müßten? Der junge Hcrzbruder antwortete: ,,WcnnEiner käme und uns hundert Thaler brächte, so getraute lebmich aus allen meinen Nöthen zu kommen." Ich entgeg-nete: ,,Bruder! wenn dir damit geholfen wird, so habeich noch ein gutes Herz, denn ich will dir hundert Dukatengeben."'Ach Bruder!" antwortete er mir wiederum,was ist das? Bist du denn ein rechter Narr? oder soleichtfertig, daß du uns in unserer äußersten Trübseligkeit»och scherzest?"Nein, nein!">sagte ich,ich will dir dasGeld herschießen." Darauf streifte ich mein Wamms abund that Las eine Eselsohr von meinem Arme; ich öffnetecs und ließ ihn selbst hundert Dukaten daraus abzählenund zu sich nehmen; das Uebrigc behielt ich und sagte:Hiermit will ich deinen kranken Vater auswarten, wenn erdessen bedarf." Hierauf fielen sie mir um den Hals, küßtenmich und wußten vor Freuden nicht, was sic thaten, nann-ten mich auch einen Engel, den ihnen Gott zum Tröste ge-sendet hätte. Sie wollten mir darauf eine Handschrift zu-stellen und mich darin versichern, daß ich an dem altenHerzbruder neben seinem Sohne ein Miterbe sein sollte,oder daß sie mich, wenn ihnen Gott wieder zu dem Ihrigenverhelfen würde, um diese Summe sammt den Interessenwiederum mit großem Danke befriedigen wollten. Ich nahmaber deren Keines an, sondern befahl mich allein in ihrebeständige Freundschaft. Hierauf wollte der junge Herz-