81
Das achtzehnte Kapitel.
Simpler bittet, man wolle ja nicht etwa meinen.
Als wolle er mit großem Messer erscheinen.
Wie es nun Etliche, und zwar auch vornehme und ge-lehrte Leute darunter giebt, die nicht glauben wollen, daßHeren oder Unholde seien, geschweige daß sie in der Lusthin und wieder fahren sollten, so zweifele ich nicht, daß sichEtliche finden werden, die da sagen: Simplicius schneidehier mit dem großen Messer auf. Mit denselben begehreich nun nicht zu fechten; denn da Ausschneiden keine Kunst,sondern in jetziger Zeit fast das gemeinste Handwerk ist, sokann ich nicht leugnen, daß ich's nicht auch können würde,denn ich müßte ja sonst wohl ein schlechter Tropf fein.Diejenigen aber, welche der Heren Ausfahren verneinen,mögen sich nur Simon den Zauberer vorstellen, welcher vombösen Geiste in die Luft erhoben wurde und auf Sankt Pe-ters Gebet wieder herunter gefallen ist. Nicolaus Remi-gius, welcher ein tapferer, gelehrter und verständiger Manngewesen ist und im Herzogthume Lothringen nicht nur einhalbes Dutzend Heren hat verbrennen lassen, erzählt vonJohannes von Hembach, daß ihn seine Mutter, die eineHere war , im sechzehnten Jahre seines Alters mit sich aufihre Versammlung genommen habe, damit er ihnen, weiler hatte pfeifen lernen, beim Tanze aufspiclen sollte. Zusolchem Ende stieg er auf einen Baum, pfiff daher, und sahdem Tanze mit Fleiß zu — vielleicht weil ihm Alles sowunderlich däuchte, denn da geht Alles auf eine närrische
6 *