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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
Entstehung
Seite
75
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etliche sechzig Dukaten waren. Ob ich nun hierüber erfreutgewesen sei, bedarf zwar keines Fragens; iudcß mag nun derLeser versichert sein, daß mich der Knappsack noch viel mehrerfreut, als diese schöne Summe Goldes selbst, weil ich ihnmit Proviant so wohl versehen sah. Und weil denn nundergleichen Gesellen bei den gemeinen Soldaten viel zu dünngesäct zu sein Pflegen, als daß sie solche mit sich auf Parteischleppen sollten, so mache ich mir die Gedanken, der Kerlmüsse dieses Geld auf ebenderselben Partei erst heimlicherschnappt und geschwind zu sichin denRanzen geschoben haben,damit er solches mit den Anderen nicht zu theilcn brauchte.

Hierauf zehrte ich fröhlich zu Morgen und fand auchbald ein lustiges Brünnlein, bei welchem ich mich erquickteund meine schönen Ducaten zählte. Wenn mir aber allbe-reit das Leben gälte, ich sollte anzcigcn, in welchem Landeoder in welcher Gegend ich mich damals befunden hätte, sokönnte ich's doch nicht. Ich blieb Anfangs so lange imWalde, als mein Mundvorrath mährte, mit welchem ichsparsam Haus hielt. Als aber mein Ranzen leer gewor-ben war, jagte mich der Hunger in die Bauernhäuser. Takroch ich bei der Nacht in Keller und Küchen und nahm vonSpeise», was ich fand und tragen konnte. Das schleppteich mit mir in den Wald, wo er am allcrwildesten war.Darin führte ich wieder überall ein einsiedlerisches Leben,wie ehedem, nur mit dem Unterschiede, daß ich jetzt sehrviel stahl und desto wenig crbctcte, auch keine stetige Wohnunghatte, sondern bald hier- bald dorthin schweifte. Es kammir dabei trefflich wohl zu Statten, daß es im Anfänge desSommers war; indeß konnte ich auch mit meinem RohreFeuer machen, wenn ich wollte.