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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus : das ist: Ausführliche unerdichtete u. sehr merkwürdige Lebensbeschreibung ... Melchior Sternfals von Fuchsheim ... ; in 6 Büchern
Entstehung
Seite
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meinen weißen Zähnen, die ich vor Hunger beleckte, mitKicnruß, Kohlschwärze und Umbra zu meinen gelben Haa-ren , mir Bleiwciß zu meinen gräßlichen Auge», und sonstnock mii vielerlei Farben zu meinem wmerfarbigen Rocke;auch Hane er eine ganze Hand voll Pinsel. Dieser fing an,mich zu beschauen, abzureißcn, zu untermalen, und denKopf über eine Seite zu hängen, um seine Arbeit gegenmeine Gestalt genau zu betrachten. Bald änderte er dieAugen, bald die Haare, geschwind die Nasenlöcher, undkurz Alles, was er im Anfänge nicht recht gemacht, bis erendlich ein natürliches Muster entworfen hatte, wie Sim-plicius einst war, so daß ich mich über meine eigene gräß-liche Gestalt heftig entsetzte. Alsdann erst durfte der Feld-scherer auch über mich herwischcn. Derselbe zwackte mirden Kopf und richtete wohl anderthalbe Stunde an meinenHaaren; darnach schnitt er fic ab auf die damalige Mode,den» ich hatte Haar übrig. Nachgeheuds setzte er mich inein Badestüblcin und säuberte meinen magern, ausgehun-gerten Leib von mehr als drei- oder vierjährigem Unralh.Kaum war er fertig, da brachte mau mir ein weißes Hemd,Schuhe und Strümpfe, sammt einem Ucberschlag oderKragen, auch Hut und Feder. So waren die Hosen auchschon fertig gemacht, und überall mit Galonen verbrämt.Allein cs mangelte noch am Wamms, daran indeß dieSchneider auf die Eile arbeiteten. Der Koch stellte sich miteinem kräftige» Süpplein ein und die Kellen» mit einemTrünke. Da saß mein Herr Simplicius wie ein jungerGraf, zum besten anfgestutzt! Ich zehrte tapfer zu, unan-gesehen ich nicht wußte, was man mit mir machen wollte;denn ich wußte noch nichts von einem Henkcrmahl; daher