Schlaft erweckt und sah mich nur allein in meiner Hütte.Daher fing ich wieder an nachzudenken und in meinem Hirn-häuselein zu überschlagen, was ich doch immcrmehr anfan-gs sollte? Im Walde zu bleiben, war mir unmöglich,weil mir Alles so ganz und gar hinweggcnommen wordenwar, daß ich mich nicht mehr daselbst aufhalten konnie.Nichts war mehr übrig, als noch etliche Bücher, welche hinund her zerstreut und durcheinander geworfen dalagcn. Alsich dieselben mit weinenden Augen wieder auflas, und zu-gleich Gott inniglich anrief, er wolle mich doch leiten undführen, wohin ich sollte, da fand ich von ungefähr ein Brief-lcin, welches mein Einsiedel bei seinem Leben noch geschriebenhatte, und welches also lautete: „Lieber Simplicius! Wenntu dies Brieflein findest, so gehe alsbald aus dem Waldeund errette dich und den Pfarrer aus gegenwärtigen Nöthen,denn er hat mir viel Gutes gcthan. Gott, den du aller-wegen vor Augen haben, und zu dem du fleißig beten sollst,wird dich an einen Ort bringen, der dir am bequemsten ist.Allein habe denselben ja stets vor Augen und befleißige dich,ihm jederzeit dergestalt zu dienen, als wenn du noch in mei-ner Gegenwart im Walde wärest. Bedenke und thne ohneUnterlaß meine letzten Worte, so wirst du bestehen können.Lebe wohl!"
Ich küßte dies Brieflcin und des Einsiedlers Grab zuviel tausendmalen und machte mich ohne ferneres Aufhaltenauf den Weg, Menschen zu suchen, bis ich deren findenmöchte; ich ging also zwei Tage lang einen geraden Wegfort, und wo mich die Nacht ergriff, suchte ich einen hohlenBaum zu meiner Herberge. Meine Zehrung war nichtsAnderes als Buchnüsse, die ich unterwegs auflas. Den