S9
Reiter kur; znvor so schändlicb hatte zu Willen sei» müssen, undnur der fünfte halte dessen lebendiges Begräbnis nicht ge-billigt. Ms nun beide Parteien aus dem gegenseitigen An-schreien einander erkannten, daß sie einerlei Volk waren,traten sie zusammen und vernahmen wiederum vom Reiterselbst, was sich mit ihm und seinen Kameraden zugctragcn.Da sollte man seine blauen Wunder gesehen habenwie die Bauern gctrillt und geschurigelt wurden. Etlichewollten sie gleich in der ersten Furie todt schießen; Andereaber sagten: „Nein! man muß die leichtfertigen Vögel zu-vor rechtschaffen quälen, und ihnen cintränkcn, was sic andiesem Reiter verdient haben." Indessen bekamen sie mitden Musketen so treffliche Rippenstöße, daß sic hätten Blutspeien mögen. Zuletzt trat ein Soldat hervor und sagte:„ Ihr Herren, dieweil es der ganzen Soldateska eine Schandeist, daß diesen Schurken" — wobei er auf den Reiter deu-tete — „fünf Bauern so greulich gctrillt haben, so ist csbillig, daß wir einen solchen Schandflecken wieder auslö-schcn, und diese Schelme den Reiter wieder hundertmallecken lasse»." Hingegen sagte ein Anderer: „ Dieser Kerlist nicht wcrlh, daß ihm solche Ehre widerfahre; denn wäreer kein Bärenhäuter gewesen, so hätte er allen redlichen Sol-daten zum Spott diese schändliche Arbeit nicht verrichtet,sondern wäre tausendmal lieber gestorben." Endlich wardeinhellig beschlossen, daß ein Jeder von den sauber gemach-ten Bauern solches an zehn Soldaten also wett machen undzu jedem Male sagen sollte: „Hiermit lösche ich wieder ausund wische ab die Schande, die sich die Soldaten cinbildenempfangen zu haben, als uns ein Bärenhäuter saubermachte." Nachgehcnds wollten sich die Soldaten erst ent-