83
Das dreizehnte Kapitel.
Simpler will seine Einöde verlassen, '
Pflegt dvch bald andre Gedanken zu fassen.
lieber etliche Tage nach meines so wertsten und herz-lieben Einsiedels Ableben verfügte ich mich zn obengenann-tem Pfarrer, offenbarte ihm meines Herrn Tod und be-gehrte danächst Rath von ihm, wie ich mich bei so gestalteterSache verhalten sollte? Ungeachtet er mir nun stark widcr-rathcn, länger im Walde zn verbleiben, und mir die augen-scheinliche Gefahr, in der ich schwebte, vorhielt, so bin ichdoch tapfer in meines Vorgängers Fußtapscn getreten,maßen ick den ganzen Sommer hindurch that, was einfrommer Einsiedel thnn soll. Aber gleichwie die Zeit Allesändert, also ringertc sich auch nach und nach das Leid, soich um meinen Einsiedel trug, und die äußerliche scharfeWintcrkältc löschte die innerliche Hitze meines steifen Vor-satzes zugleich aus. Je mehr ich anfing zu wanken, jeträger wurde ich in meinem Gebete, weil ich, anstatt gött-liche und himmlische Dinge zu betrachten, mich die Begierde,die Welt auch zu beschauen, übcrherrschcn ließ, und da ichcinsah, daß ich dergestalt nicht nütze würde, im Waldelänger gut zu thun, gedachte ich wieder zu obgcnanntemPfarrer zu gehen, um zu vernehmen, ob er mir noch wiezuvor aus dem Walde rathcn wollte? Zu solchem Endemachte ich mich auf nach seinem Dorfe zu; doch als ich hin-kam, fand ich es in voller Flamme stehen; denn eine ParteiReiter hatten cs eben ausgeplündert und angezündct, und