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Ueber die wechselseitigen Verhältnisse der Philosophie und Theologie : nach kantischen Grundsätzen
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fönst könnt ihr keine Glieder im Reiche Gotteswerden." Diese soll gewiß keine pathologischeGerechtigkeit seyn, so war ja eben die pharisäi-sche beschaffen; also praktische. Und da hat derAusspruch gerade keinen andern Sinn, als die-sen : „Erfüllet jede Pflicht gegen enern Nächsten,die er mit Recht von euch fordern kann, nie ausAbsicht, die euch Neigung auflegt, wie die Pha-risäer , sondern aus Liebe znr Gerechtigkeit, dieeuch Vernunft gebeut, die Folgen mögen seyn,welche sie wollen. Nnr dadurch werdet ihr wür-dige Glieder im Reiche der Zwekke, im Reicheder vernünftigen Familie Gottes, deren Allvaterer selbst ist." — Er will ferner kein anderesBewußtseyn znr edlen Beruhigung gelten lassen,als jenes der vollendeten Pflicht bei Lukas rrkenKapitel, wo ers gerade heraussagt: „Wenn ihralles gethan habt, was befohlen ist, so sprecht:Wir haben gethan, was wir zu thun schul-d i g waren." Und was kann den Rechtschaffenenhei jedem Wechsel des Glüks, bei den drükken-den Lasten des Schiksals mehr erheben, als wennihm sein Gewissen das ungeheuchelte Zeugnißgiebt: „Du hast aus Pflicht gehandelt?"