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Ueber die wechselseitigen Verhältnisse der Philosophie und Theologie : nach kantischen Grundsätzen
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men lassen dürfen. Eben dieser edle Zwek derMoralität ist es, den uns Christus in der an-gezogenen Stelle mit dem Befehle vorhält, stetsdarnach zu trachten, daß wir alle Triebe undNeigungen, die sich an unfern Willen anschliessen,so der Vernunft unterordnen, und ihre gcsezlicheAussprache so geltend erhalten, daß sie demWillen Gottes entsprechend, und der Pflichtgegen uns und jeden Nächsten angemessen seyen.Dies Bestreben ist mit unausgefezter Uebung ver-bunden; je mehr wir uns also üben, jede Pflichtgenau und gern zu erfüllen, desto leichter wirdes uns seyn, die sinnlichen Neigungen zu höhernrZwekke umzustimmen. Dadurch wird reine Ach-tung gegen das verbindende Gesez erzeugt, undso erfüllen wir unsere Pflicht aus Achtung oderpraktischer Liebe.

. Diese Behauptung wird aus mehrern Stel-len der Bibel ganz deutlich, wenn man nur kei-nen andern Sinn hineinträgt, als der wirklichdarin liegt. Christus spricht ansdrüklich zu sei-nen Jüngern Match. 5: „Eure Gerechtigkeit mußungleich größer, als jene der Pharisäer, seyn,D 4 sonst