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Und wie «sollte sich denn wohl meine Neigunggegen die Gottheit anstellen, die nie ein Gegen-stand der Sinne werden kann? Ich dächte,mit der Neigung wartete ein Jeder, bis sie selbstkäme; aber von seiner Pflicht soll er sich nieausnehmen, und dieses kann allerdings besohlenwerden. Gott lieben, heißt also ernstliches Be-streben, dessen Willen stets gern zu befolgen;und den Nächsten liebe» ist ein gleiches Bestre-ben, seine Pflicht gegen ihn gern zu erfüllen.Dadurch wird freilich nicht befohlen, daß wiruns über alle Neigungen und Begierden wcg-schwingen, und uns selbst von ihnen unabhängigmachen sollen, denn diese beruhen auf physischenUrsachen; aber sie sollen doch auch dem morali-scher. Gesezze, welches von jenen weit unterschie-den ist, den Eingang nicht versperren > und seineWirksamkeit nicht hindern; wir sollen also durchjenes Bestreben, mit Aufopferung der Eigenliebe,,dem Urbilde der Heiligkeit immer näher zu kom-men trachten, und aus Achtung gegen das Gesezunsere Pflicht, die mit dem allgemeinen Zwekkeder Moralität in Verbindung steht, gern aus-üben. Man darf aber das Wort gern nichtD z im