und seinem Zusammenhange darstellt, sezt er einGebot voraus, welches Liebe befiehlt. JedesGebot geht aber auf den subjektiven Willen einessolchen Wesens über, welches theils durch Ver-nunft bestimmt, theils durch Triebe und Neigun-gen affizirt wird, und fordert die dem Gesezzeschuldige Unterwerfung. Da nun Vernunft undSinnlichkeit entgegengesezte Zwekke haben, so istdie Frage: Welche Liebe befiehlt das Gebot inder obigen Stelle? pathologische oder praktische?Die erste ist NeiAing zum Wohlwollen wegendem damit verbundenen Vergnügen; die zweiteheißt, seine Pflicht gegen Zederman gern er-füllen. Liebe aus Neigung befehlen wollen,wäre eben so, als wenn ich dem Kaiser von Ma-rokko vom ganzen Herzen gut seyn müßte, wennich ihn auch in meinem Leben nicht sehen würde,oder wenn er auch noch abscheulicher aussähe,als ihn unser Labaksumschlag gewöhnlich dar-stellt. Was kann ich und ein Dritter dazu,wenn wir keine Neigung gegen einander haben?Da könnten wir nun einander ganz gewiß nichtlieben; und das wäre sehr schlimm, da wir ein-ander gleichwohl aus Befehl lieben sollten.
Und