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4 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 3
Entstehung
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organischen Entstehung eines Kunstwerkes nicht denmindesten Begriff, und an dessen Einheit und Untheil-barkeit keinen Glauben haben; weil es ihnen an Fähig-keit und Uebung gebricht, es als Ganzes zu betrachten.Vollends geistlose Kritiker (welches zwar ein Widerspruchim Beiworte ist) lassen sich für die Correctheit todt-schlagen; sie ist ihr eins und alles, und wenn man sieihnen nähme, würden sie schlechterdings nichts mehr zusagen wissen.

Es giebt allerdings in der Poesie Geist und Buch-staben, einen schaffenden und einen aussührenden Theil.Ein Gedicht kann nur unter bestimmten Bedingungenzum äußerlichen Daseyn gelangen, und in so fern esdiese in Uebereinstimmung mit dem Innern, und ohneWiderspruch unter einander, erfüllt, kann es correctheißen. Niemand darf auf den Namen eines Künst-lers Anspruch machen, der nicht in dieser Technik Mei-ster ist. Allein sie geht zuvLrderst auf das Große undGanze, Reinheit der Dichtart, Anordnung, Gliederbauund Verhältnis!, und betrachtet das Einzelne immer inBeziehung auf jenes. Die correcten Kritiker hingegenbleiben an lauter Einzelnheiten hängen, außer wo ihnenetwa ein arithmetischer Begriff überliefert ist, wie diedrei Einheiten, welche deswegen auch ihr Lieblingsthemawurden. Diction und Versbau ist ihre Losung, undwenn sie denn nur diese letzten Capitel der Poetik rechtbegriffen hätten! Aber was ist ihnen fremder als phi-losophische Grammatik, Studium der eignen Spracheaus den Quellen, und die Wissenschaft der Metrik?Erbarmenswürdig ist es, wenn z. B. Ramler immer