411
Frau Schnips ist nach 'Urs rvsnlon rviko o5 Ratlr,der Kaiser und der Abt nach XinA 4o!rn anck tlro ^Vb-bot ok Ountvrbnrrv. Beide Originale sind nicht alt,wie Sprache und Sylbenmaaß ausweiscn, das letzte nachPercys Zeugniß schon Umarbeitung eines altern. Siesind das, was man im Altdeutschen einen Schwanknannte; ein Stoff, der bei der gehörigen Behandlungwohl nicht vom Gebiet der Romanze ausgeschlossen ist,so wie jeder, der es versteht, zugeben wird, l^ariarillasts l'ormvs sey ein romantisches Buch, wiewohl es lau-ter lustige Bettlcrgeschichten enthält. In dem Weibevon Bath ist jedoch eine zwar genialisch eingekleideteBelehrung zu sichtbar das Ziel, wodurch es mehr einereligiöse Fabel wird, in dem Geist wie die Legende vonSanct Peter mit der Geis, von dem betrügerischenSchneider im Himmelreich, und andre bei unscrm HansSachs. Der Gedanke ist äußerst keck, und schonendeBehandlung war daher anzurathen: eine Weisheit, dieder Englische Dichter unstreitig bewiesen hat. Bürger,dem der Gedanke nicht gehörte, hat von dem seinigenblos eine verwegene Ausführung hinzugethan.
Daß es auf einen gewissen Grad drollig herauskom-men muß, wenn man die Patriarchen und Apostel nie-drige Redensarten führen und wie Kärner fluchen läßt,begreift sich: aber dem Zwecke ist es hier ganz fremd,und wäre Bürger diesem treuer geblieben, so hätte ernicht nöthig gehabt, das zuvor schlimm gemachte durcheine angehangte Apologie wieder gut machen zu wollen.Es könnte jemand dem scherzhaften Muthwillen dasäußerste für erlaubt halten, und doch manche von den