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4 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 3
Entstehung
Seite
388
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wohl er im Leben es vielleicht nie völlig zu dieser Ent-äußerung bringen konnte. Zudem ist es eine vergeblicheHoffnung, einem menschlichen Werke durch Verschwei-gung der Mängel einen höheren Ruhm fristen zu wol-len, als der ihm zukommt: vielmehr steht zu befürch-ten, in der Folge möchte mit dem so lange eingebildetenWerth, der sich nicht bewährt gefunden, auch der ächteverkannt und bei Seite geschoben werden; und es istdaher in jedem Falle heilsam, die Sichtung zeitig ohneRückhalt vorzunehmen. Man muß wünschen, daß Bür-gers Gedichte künftig nur nach ihrem reinen Gehaltwirken: da jedoch, wie es scheint, unsre Literatur dieganze Schule möglicher Mißverständnisse durchmachenmußte, um zu dem Rechten zu gelangen, so ist ihnenauch die bisherige negative Wirkung, daß sie hievon ihrTheil getragen, zu Gute zu rechnen.

Bei einem Dichter, wie Bürger, der gar nicht etwawie ein begünstigter Liebling der Natur den ersten An-muthungen folgte, und alles mit fruchtbarer Leichtigkeithinschüttete, sondern meistens langsam und mit Mühe,ja nicht selten mit ängstlichem Fleiße seine Sachen aus-arbeitete, sind die leitenden Begriffe bei seiner Aus-übung der Kunst von großer Wichtigkeit, um uns überdie Ursachen des Gelingens und Verfehlens auszuklären».Ich finde deren hauptsächlich zwei während seines gan-zen poetischen Lebenslaufes herrschend: Popularität unt»Correctheit; obschon natürlicher Weise jener in dessenerster Hälfte, dieser in der letzten mehr hervorstach.Dazu kam noch in den spätern Jahren, als ihn einestolz verkennende Kritik an sich selbst irre gemacht hatte.