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4 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 3
Entstehung
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in ihren jungen Jahren eine Aeitlang ausgesetzt sind.Es ist eine gewisse leere Redseligkeit, die ein Nichts ineinem Wortschwall von ganzen Seiten kleidet, und Ge-lehrsamkeit zeiget, nur um sie zu zeigen, ohne daßes nöthig wäre, die Spanier nennen das, wie du wis-sen wirst, vauus pulr»i)ru8, die Lateiner ampulla8.Uebrigens, däucht mir, habe ich, nicht eben in diesenletzten Proben, sondern in manchen andern Briefen vondir, die mir bei Gelegenheit in die Hände gefallen sind,einen Hang zu komisiren, zu witzeln, mit einem Wortegalant und charmant zu schreiben, wahrgenommen. Ichglaube nicht, daß dieses dein Talent sey; wiewohl ichzugleich weiß, daß dieses Talent, wenn es auch vor-handen ist, mehr als irgend ein anderes, in der erstenJugend sich gemeiniglich in sehr frostigen Plattheitenzu offenbaren pflegt.

Ich glaube vielmehr, daß dich künftig, wie jetzt, einstiller edler Ernst weit besser kleiden werde. Willst duin dem Felde der schönen Künste etwas leisten, so sucheso viel, wie ohne Abbruch der Kunst möglich ist, dieästhetischen Ideen mit den moralischen zu verschwistern,und laß dein ganzes Leben nicht nach, dich in dem me-chanischen Theile der Kunst immer vollkommner zu ma-chen. Und dies ist möglich durch Studium. Jenerleere Wortaufwand wird verschwinden, so wie sich derBorrath an Ideen in deinem Kopse und der Reichthuman Bildern in deiner Phantasie vermehren wird.

Es wird dir alsdann weit schwerer werden, alsjetzt, so lange Briefe und Kommentationen zu schreiben;es wird dagegen aber mehr Kern darin enthalten sepn.